Posted in: Kurzmeldungen 30. September 2010 14:04 Weiter lesen →

Kurzmeldungen am Donnerstag, 30.9.2010

Ein Zebrafink sitzt auf einem Stein. Zebrafinken erkennen ihr Nest am Geruch. Der Urahn des Jaguars lebte vor 1,8 Mio. Jahren noch in Eurasien. Ein neuer Verbundwerkstoff mit Sensoreigenschaften ermöglicht Kunststoffbauteile, die sich selbst überwachen. Und: Heute vor 130 Jahren.

Foto: Universität Bielefeld

Zebrafinken erkennen ihr Nest am Geruch. Die haben Biologen der Universität Bielefeld nachgewiesen. In Versuchen stellten die Wissenschaftler den gerade flügge gewordenen Vögeln die Wahl zwischen dem eigenen Nestgeruch und dem Geruch eines anderen Zebrafinken-Nestes. Die jungen Vögel bevorzugten eindeutig den eigenen Nestgeruch gegenüber dem fremden. Die Ergebnisse belegen nach Meinung der Forscher, dass Singvögel einen ausgeprägten Geruchsinn haben, den sie unter anderem zur räumlichen Orientierung in ihrer Umwelt nutzen können. Lange Zeit war man davon ausgegangen, dass Vögel generell keinen Geruchssinn haben. Dass dies nicht stimmt, wurde zunächst an Seevögeln nachgewiesen. („Biology Letters“, Online-Veröffentlichung 29.9.2010)

Der Urahn des Jaguars lebte vor 1,8 Mio. Jahren noch in Eurasien. Das belegt der gut erhaltene Fund einer Unterkieferhälfte aus der georgischen Grabungsstelle Dmanisi. „Der jetzt entdeckte georgische Katzenunterkiefer ist den ältesten amerikanischen Funden ähnlicher, als alle bislang aus Eurasien bekannten Fossilien“, stellt der Zoologe und Katzenspezialist Helmut Hemmer von der Universität Mainz fest. Die auf den Namen Panthera onca georgica getaufte neue Jaguarform beweist damit, dass sowohl die heutigen amerikanischen Jaguare als auch sämtliche eiszeitlichen Artvertreter von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen, der außerhalb Amerikas lebte. Die Großkatzen erreichten wahrscheinlich während der Zeitspanne zwischen 990.000 und 780.000 Jahren Amerika. Ermöglicht wurde die Wanderung durch eine weltweit wirksame kaltzeitliche Meeresspiegelabsenkung. Weite Schelfgebiete zwischen Nordost-Sibirien und Alaska fielen trocken und wurden zu fruchtbarem Weideland für zahlreiche große Pflanzenfresser. Diesen folgten die Jaguare bis nach Nordamerika. Heute ist der Jaguar in den Regenwäldern und buschreichen Savannen Mittel- und Südamerikas bis in den Süden der USA zuhause. (Foto + Quelle: Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen, in „Neues Jahrbuch für Geologie und Paläontologie“, Abh. 257, 1, pp 115-127)

Ein neuer Verbundwerkstoff mit Sensoreigenschaften ermöglicht Kunststoffbauteile, die sich selbst überwachen. Zum Einsatz kommt eine Mischung aus Kunststoff und Metall, ein „Polymer-Metall-Kompositmaterial“. Aufgrund seines Kunststoffcharakters lasse sich das Material gut verarbeiten, sagen seine „Eltern“ vom Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM, Bremen. Bei Bedarf erreicht das Komposit einen metallischen Füllanteil von bis zu 90 Gewichtsprozent. Treten später während des Betriebs Belastungen auf, ändert sich der elektrische Widerstand des Komposits. Diese Signale können über Kabel am Bauteil abgeführt und zur Auswertung an ein Messgerät weitergeleitet werden. Das Material lasse sich „mit verschiedensten Kunststoffen kombinieren und zu einer Fülle von Bauteilen verarbeiten, zu besonders festen und hitzeresistenten oder aber auch weich-flexiblen Werkstücken“, so die Entwickler. (Foto + Quelle: Fraunhofer IFAM)

Jahrestag: Heute vor 130 Jahren gelang dem Physiologen und Astronom Henry Draper die erste Fotografie des Orionnebels. Die Technik, welche Belichtungszeiten von über drei Stunden möglich machte, hatte er selbst mit entwickelt. (Wikipedia)

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