Forscher finden Riesenratte
26. Juli 2010 12:47 Drucken
Ein fossiles Prachtexemplar von einer Ratte haben australische und amerikanische Forscher auf der südostasiatischen Insel Timor entdeckt. Das Tier dürfte es auf eine Körpermasse von sechs Kilogramm gebracht haben und war Bestandteil einer ohnehin überdimensioniert anmutenden Nagerfauna.
Oberkieferfragment der neuen Coryphomys-Art, daneben der Schädel einer Hausratte. Foto: Ken Aplin, CSIRO
Ken Aplin von der australischen Forschungsorganisation CSIRO und sein Kollege Kristofer Helgen von der Smithsonian Institution identifizierten die riesenhafte Ratte bei der Analyse von Knochen, die in Höhlen im Osten der Insel geborgen worden waren. Die Radiokohlenstoff-Datierung ergab ein Alter zwischen 1.000 und 2.000 Jahren.
Die beiden Wissenschaftler ordnen ihren Fund einer neuen Art in der Gattung Coryphomys zu, aus der bereits ein fossiler Rattenriese bekannt war. Wie sie im “Bulletin of the American Museum of Natural History” berichten, fanden sie insgesamt 13 Nagetierarten, von denen elf bislang unbeschrieben waren. Acht davon wogen ein Kilogramm oder mehr. Zum Vergleich: Gut genährte Wanderratten bringen es auf ein halbes Kilo.
“Der östliche indonesische Raum ist ein Brennpunkt der Nagerevolution”, erklärt Aplin. Angesichts ihrer ökologischen Bedeutung sei der Schutz der Nagerfauna ebenso wichtig wie der Schutz von Walen und Vögeln. Von den 13 identifizierten Arten sei lediglich eine kleinere Spezies auch heute noch auf Timor zu finden.
Nach Ansicht Aplins geht das Verschwinden vieler Nager in den letzten Jahrhunderten auf die Waldrodung zurück, wie sie im großen Stil erst mit der Einführung von Metallwerkzeugen möglich wurde. Vielleicht warte in den verbliebenen 15 Prozent der Wälder Timors aber noch eine Überraschung auf die Wissenschaft, so der Forscher. “Im Rahmen meiner Feldarbeit in Osttimor habe ich kürzlich den frischen Kadaver einer Ratte gefunden, die ich bis dahin nur aus Höhlenfunden kannte.”
Forschung: Ken P. Aplin und Kristofer M. Helgen, CSIRO Division of Sustainable Ecosystems, Canberra, National Museum of Natural History, Smithsonian Institution, Washington, und Division of Vertebrate Zoology, American Museum of Natural History, New York
Veröffentlichugn Bulletin of the American Museum of Natural History, Vol. 341, pp 1-80, DOI 10.1206/692.1
WWW:
Australian National Wildlife Collection
Nagetiere
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