Worttest offenbart Beziehungsglück
8. Juli 2010 14:18 Drucken
Eine Art Barometer für Liebesbeziehungen haben amerikanische Psychologen entdeckt. Bei ihren Tests zeigen sich selbst unbewusste oder unterdrückte Vorzeichen einer Beziehungskrise darin, dass die Teilnehmer ihre Partner leichter mit negativen Wörtern verknüpfen als mit positiven.
Foto: Mike DelGaudio via Flickr (Creative Commons Attribution 2.0)
Natürlich könne man Menschen auch einfach fragen, wie zufrieden sie mit ihrer Beziehung seien, beteuert Ronald Rogge von der University of Rochester. “Dabei wird allerdings davon ausgegangen, dass sie selbst wissen, wie glücklich sie sind, und das ist nicht unbedingt der Fall.” Mitunter seien die Befragten auch schlicht nicht willens, ihr Gefühlsleben offenzulegen.
Abhilfe schaffen kann eine Technik zum indirekten Ausloten einer Beziehung, glauben der Psychologe und seine Kollegen. Bei ihren Versuchen nannten 222 Teilnehmer zunächst den Namen, den Kosenamen oder eine typische Eigenschaft ihres Partners. Dann sahen sie auf einem Bildschirm in zufälliger Folge positiv und negativ besetzte Wörter wie “Ferien” oder “Tod” sowie die mit dem Partner assoziierten Wörter. Mal sollten sie eine Taste drücken, sobald ein Partner-Wort oder ein positiv besetztes Wort erschien, mal sollten sie dagegen auf Partner-Wörter und negativ besetzte Wörter reagieren.
Nach Abschluss der Tests verfolgten die Forscher ein Jahr lang, ob die Beziehungen ihrer Versuchsteilnehmer hielten oder nicht. Selbst unter Berücksichtigung von Persönlichkeitsfaktoren und expliziten Aussagen zur Zufriedenheit mit der Beziehung fanden sie einen klaren Zusammenhang: Je besser die Teilnehmer positiv besetzte und Partner-Wörter verknüpfen konnten und je schlechter ihnen das mit negativ besetzten und Partner-Wörtern gelang, umso seltener ging ihre Beziehung in die Brüche.
Der Assoziationstest sei letztlich sogar zuverlässiger gewesen als die Einschätzung der Versuchsteilnehmer zu Beginn der Studie, so Rogge weiter. “Wir erhalten auf diese Weise einen einzigartigen Einblick in die Gefühle, die Menschen für ihre Partner hegen – und damit Information, die sie uns ansonsten nicht geben können oder nicht geben wollen.”
Forschung: Soonhee Lee, Ronald D. Rogge und Harry T. Reis, Department of Clinical and Social Psychology, University of Rochester, Rochester, New York
Veröffentlichung Psychological Science, Vol. 21(6), pp 857-64, DOI 10.1177/0956797610371342
WWW:
Couples Research, Ronald Rogge
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Betonung auf “Wollen”. Was soll der Mist? Wenn ich über meine Liebesbeziehung nicht mit anderen reden will, ist das meine Sache und geht niemanden was an.
@Lila: dann wäre dieser test aber irgednwie unsinnig, oder? es geht ja um die forschung..