Posted in: Gesundheit, Medizin 23. Juni 2010 17:13 0 Kommentare Weiter lesen →

Herzgesunde Dicke

Vier übergewichtige Menschen sitzen auf einer Bank. Stark übergewichtige Menschen weisen nicht in jedem Fall ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko auf. Das haben niederländische Mediziner im Rahmen einer Studie mit mehreren Tausend Teilnehmern ermittelt. Ein kleiner Prozentsatz der fettleibigen Männer und Frauen schien gefeit gegen die üblichen Auswirkungen des Übergewichts auf Stoffwechsel und Kreislaufsystem.

Foto: Sheila Eames/Fotolia.com

Knapp sieben Prozent der fettleibigen Teilnehmer hatten zu Beginn der Studie normale Blutzucker- und Blutfettspiegel, keinen Bluthochdruck und zeigten auch sonst keine Anzeichen von Herz-Kreislauf-Problemen, berichten André van Beek vom Universitätsklinikum Groningen und seine Kollegen auf einer Fachtagung im kalifornischen San Diego. In den folgenden 7,5 Jahren kam es bei 1,1 Prozent dieser “metabolisch gesunden” Fettleibigen zu Herzinfarkten und anderen kardiovaskulären Ereignissen – ein Wert, der sich statistisch nicht deutlich von dem bei unauffälligen Normal- und Übergewichtigen unterschied.

“Eine regelmäßige erneute Bestimmung des Risikoprofils ist jedoch von entscheidender Bedeutung”, warnt van Beek vor verfrühten Schlussfolgerungen. Zudem habe sich nur um eine kleine Untergruppe der Fettleibigen gehandelt, in der gleichwohl mit häufigeren Muskel- und Gelenkproblemen zu rechnen sei.

Der Mediziner und seine Kollegen führten ihre Untersuchung im Rahmen einer Langzeitstudie in Groningen durch. Von den 8.356 betrachteten Männern und Frauen waren – gemessen an ihrem Body-Mass-Index (BMI) – 43 Prozent normalgewichtig, 41 Prozent übergewichtig und 16 Prozent fettleibig. Bei allen wurden zu Studienbeginn die verschiedenen Blutfettwerte und der Blutdruck bestimmt, zudem wurde nach Hinweisen auf eine gestörte Blutzuckerregulation gesucht. Lediglich 6,8 Prozent der fettleibigen Teilnehmer waren in dieser Hinsicht völlig unauffällig, bei den normalgewichtigen bzw. übergewichtigen Personen lag der Anteil bei 39,1 bzw. 13,3 Prozent.

Forschung: Erik-Jan Verburg, André P. van Beek und Bruce H. R. Wolffenbuttel, Afdeling Endocrinologie, Interne Geneeskunde, Universitair Medisch Centrum, Groningen; und andere

Präsentation auf dem 92nd Annual Meeting of the Endocrine Society, San Diego; #OR05-1

WWW:
Endocrinologie, UMC Groningen
PREVEND-Studie
Übergewicht / Adipositas

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Neue Zweifel am Body-Mass-Index
Viele Krebserkrankungen durch Übergewicht


Posted in: Gesundheit, Medizin
Möchten Sie den Beitrag bewerten?
SchlechtLangweiligGut zu wissenInteressantSpannend! (3 Bewertungen, im Schnitt 4.33 von 5)
Loading...Loading...

Drucken Drucken


Möchten Sie kommentieren?