Posted in: Kurzmeldungen 3. Juni 2010 20:00 0 Kommentare Weiter lesen →

Kurzmeldungen am Donnerstag, 3.6.2010

Schlechte Aussichten für die US-Küste: Modellrechnungen von Meeresforschern lassen vermuten, dass der Ölteppich im Golf von Mexiko sich in den Atlantik ausbreiten und zu Verschmutzungen an der Küste Floridas führen wird. Braunschweiger Forscher haben eine Software entwickelt, welche unter Einbezug ähnlicher Bilder die Auflösung digitaler Fotos erhöht. Spucke von Mottenlarven kann den Ernteertrag bei Kartoffeln verdoppeln. Und: Heute vor 81 Jahren.

Seit der Explosion der Ölbohrplattform “Deepwater Horizon” am 20. April strömen aus der Tiefsee ungehindert große Mengen Öl in den Golf von Mexiko. Modellrechnungen mit einem hochauflösenden Ozeanmodell zeigen jetzt, dass sich das freigesetzte Öl innerhalb weniger Wochen in den Atlantik ausbreiten könnte. Berechnet haben dies Wissenschaftler vom National Center for Atmospheric Research (NCAR) in Boulder, USA und vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) in Kiel. Die Forscher sagen Verschmutzungen an der Küste Floridas voraus. “Die Geschwindigkeit der Strömung liegt bei bis zu 150 Kilometern am Tag”, sagt Claus Böning vom IFM-GEOMAR, “insofern ist diese rasche Ausbreitung nicht wirklich überraschend für uns, sondern bestätigt Abschätzungen aufgrund eigener Kieler Modellrechnungen mit hoch auflösenden Strömungsmodellen”. Entwarnung gibt es für Europa: Durch die starke Verwirbelung des Golfstroms werde sich das Öl weiträumig im Nordatlantik verteilen und die Konzentrationen damit stark absinken, so die Forscher. Aber: “Wenn das Öl bis zum August weiter ungemindert ausströmt, müssen wir möglicherweise unsere momentanen Abschätzungen revidieren”, sagt Martin Visbeck, Leiter der Physikalischen Ozeanographie am IFM-GEOMAR. (NCAR-Prognose)

In Fotos wird man vielleicht schon bald beliebig hineinzoomen können. Das verspricht eine Software, die am Institut für Computergraphik der TU Braunschweig entwickelt wurde. Das Programm verknüpft dafür das eigene Bild mit zusätzlichen Informationen aus ähnlichen Bildern. Als Zusatzmaterial könnten z.B. andere eigene Bilder oder Aufnahmen aus Fotoarchiven wie “Flickr” dienen. Liege kein zusätzliches Bildmaterial vor, könne die Software je nach Bildvorlage auch Regionen im gleichen Foto zur Verbesserung weniger aufgelöster Bildinhalte verwenden, versprechen die Entwickler. Bei einem Foto einer Baumallee könne die Auflösung der Bäume im Hintergrund etwa mittels Bildinformationen der Bäume im Vordergrund berechnet und erhöht werden. Der eingesetzte Algorithmus werde zukünftig auch Informationen für hochauflösende Texturen in Computer- und Video-Spielen liefern, kündigen die Forscher an. (ICG Computer Graphics Lab)

Werden Kartoffelpflanzen von der Guatemala Kartoffelmotte befallen, kann sich ihr Ertrag unter Umständen verdoppeln. Dies entdeckten Agrarökologen der Universität Göttingen, die ursprünglich untersuchen wollten, welche Schäden die Larven der südamerikanischen Motte Tecia solanivora auf Kartoffelfeldern in den kolumbianischen Anden anrichten. Stattdessen fanden sie heraus, dass der Speichel der Larven Wirkstoffe enthält, die die Pflanze anregen, größere Knollen zu produzieren. Offenbar wolle die Pflanze so den Fraßverlust des Schädlings ausgleichen, vermuten die Forscher. Eine befallene Knolle selbst bleibe zwar kleiner, die gesunden Knollen würden jedoch deutlich schwerer. Wenn die Schädlingslarven weniger als 10 Prozent der Knollen befielen, produziere die Pflanze einen 2,5-fach höheren Ertrag als ohne Schädlingsfraß, berichten die Forscher im Fachblatt “Ecological Applications”. In Feldstudien, bei denen bis zu 20 Prozent der Kartoffelpflanzen infiziert waren, sei die Ernte immerhin doppelt so hoch ausgefallen wie bei gesunden Pflanzen. (Dr. Katja Poveda, Georg-August-Universität Göttingen)

Jahrestag: Heute vor 81 Jahren gelang einem Zeppelin der US-Marine als erstem Luftschiff, ein Flugzeug im Flug aufzunehmen und wieder abzusetzen: Bei einer Geschwindigkeit von etwa 90 km/h in einer Höhe von etwa 760 m hakte sich das Flugzeug in ein unter dem Schiff befestigtes Trapez ein. (Wikipedia)

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