Posted in: Biologie, Klima, Umwelt 28. Mai 2010 13:11 Weiter lesen →

Gefieder verrät Kinderstube

Foto zeigt junge Kohlmeise, an den Beinen von menschlichen Fingern gehalten Wie prächtig geschmückt Kohlmeisen daherkommen, ist auch eine Frage der Kinderstube. Das haben deutsche Forscher und Kollegen aus der Schweiz und Spanien ermittelt. Zwar wird die Farbintensität des gelben Brustgefieders überwiegend von der Zusammensetzung des Futters bestimmt. Sein Glanz hängt dagegen davon ab, mit wie vielen Küken sich ein Vogel das Nest teilen musste.

Foto: Jan Wijmenga

Vielleicht mache sich hier die Konkurrenz um die elterliche Aufmerksamkeit bemerkbar, erklärt Alain Jacot vom Max-Planck-Institut für Ornithologie. „Möglich ist, dass die Jungen in großen Bruten mehr für ihr Futter kämpfen müssen, was zu einer Abnutzung der Oberflächenstruktur der Feder führen kann.“ In jedem Fall zeige die neue Studie, dass man im Fall der Kohlmeise nicht klar zwischen pigmentbasierter und strukturbasierter Färbung trennen könne.

Jacot, mittlerweile an der Schweizerischen Vogelwarte tätig, und seine Kollegen untersuchten die Bedeutung der verschiedenen Faktoren mit einem Experiment. Zunächst erzeugten sie Bruten mit vielen bzw. wenigen Jungtieren, indem sie einige Jungvögel nach dem Schlüpfen in andere Nester setzten. In den folgenden Tagen versorgten sie eine Hälfte aller Bruten mit karotinoidgefüllten Kügelchen, die andere dagegen mit Kügelchen ohne gelb-orangefarbene Pigmente.

Kurz bevor die Jungmeisen ausflogen, nahmen die Forscher einige Brustfedern für eine eingehende Analyse. Es zeigte sich, dass die mit Karotinoiden gefütterten Vögel ein intensiver gelb gefärbtes, ultraviolettes Licht besser reflektierendes Gefieder aufwiesen – unabhängig von der jeweiligen Brutgröße. Umgekehrt wiesen Tiere aus kleineren Bruten Federn mit einer stärker glänzenden Struktur auf.

Forschung: Alain Jacot, Abteilung Verhaltensökologie und Evolutionäre Genetik, Max-Planck-Institut für Ornithologie, Seewiesen; Patrick S. Fitze, Museo Nacional de Ciencias Naturales, Madrid, und Instituto Pirenaico de Ecología, Jaca; und andere

Veröffentlichung American Naturalist, Vol. 176, DOI 10.1086/653000

WWW:
Max-Planck-Institut für Ornithologie
Meisen
Das Gefieder der Vögel

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Ein Tank aus Federn
Wie Vögel die Welt (nicht) sehen

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