Posted in: Biologie, Paläontologie 21. Mai 2010 16:43 Weiter lesen →

Kinderstube von Ur-Haien entdeckt

Foto zeigt etwa vier Zentimeter hohen Haizahn mit gesägtem Rand und brauner Basis auf dunklem Erdreich, daneben zum Größenvergleich eine Einschlaglupe Auch die größten Haie aller Zeiten haben klein angefangen. Eine regelrechte Kinderstube der riesenhaften Räuber glauben amerikanische Forscher in Panama entdeckt zu haben. In rund 10 Millionen Jahre altem Sedimentgestein stießen sie auf Zähne junger Megalodons, die möglicherweise an einer Mangrovenküste Schutz vor älteren Artgenossen fanden.

Foto: Catalina Pimiento

„Mit einer Körperlänge von 18 bis 21 Metern hatten die erwachsenen Haie kaum einen Fressfeind zu fürchten“, erklärt Catalina Pimiento von der University of Florida. „Die jungen Haie liefen dagegen Gefahr, von größeren Haien gefressen zu werden.“ Ähnliche Probleme gebe es auch bei heutigen Haien, so die Biologin. Einige der größeren Arten suchten zur Eiablage gezielt flache Gewässer auf, in denen erwachsene Haie eher schlecht manövrieren könnten.

Solche Kinderstuben sind keine neue Entwicklung, glauben Pimiento und ihre Kollegen. Die Forscher führten Ausgrabungen in der Gatún-Formation an der Karibikküste Panamas durch. Unweit der Kanalmündung fanden sie mehr als 400 fossile Haizähne, von denen sie 28 anhand ihrer Form dem Megalodon zuschreiben.

Collage zeigt 27 unterschiedlich große, spitze dreieckige Haizähne Bild: Pimiento C et al. (2010) PLoS ONE 5(5): e10552

Das Verblüffende: Während andernorts gefundene Megalodon-Zähne durchaus 16 oder mehr Zentimeter hoch sein können, bringen es die Exemplare aus Panama auf höchstens 7,2 Zentimeter. Einen evolutionären Trend zur Kleinwüchsigkeit unter Megalodons glauben die Forscher jedoch ausschließen zu können. Ihrer Ansicht nach stammen die meisten Zähne von höchstens zehn Meter langen Jungtieren und einige sogar von maximal vier Meter langen „Neugeborenen“. Ausgewachsene Exemplare dürften sich nur selten in das ehemalige, seichte Meeresgebiet verirrt haben.

„Wir wissen derzeit nur sehr wenig über den Lebenszyklus dieses riesigen Hais, der vor nicht allzu langer Zeit die Meere beherrschte“, ergänzt Carlos Jaramillo vom Smithsonian Tropical Research Institute in Panama-Stadt. Die neuen Daten seien die ersten sicheren Belege für Megalodon-Kinderstuben. „Wir können nun davon ausgehen, dass die Jungtiere ihre ersten Lebensjahre nahe der Küste und zwischen den Mangroven verbrachten.“

Forschung: Catalina Pimiento, Dana J. Ehret und Bruce J. MacFadden, Department of Biology, University of Florida, und Florida Museum of Natural History, Gainesville, und Smithsonian Tropical Research Institute, Panama; Gordon Hubbell, Jaws International, Gainesville

Veröffentlichung PLoS ONE, Vol. 5(5), e10552, DOI 10.1371/journal.pone.0010552

WWW:
Smithsonian Tropical Research Institute
Vertebrate Paleontology, Florida Museum of Natural History
Reconstructing Megalodon
Panama: Isthmus that Changed the World
Der Artikel online

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Haiangriff vor vier Millionen Jahren
Guter Start für junge Haie


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