Posted in: Biologie 21. Mai 2010 14:13 Weiter lesen →

Kakaobäume lieben Mücken

reifende Früchte an einem Kakaobaum Indonesische Kakao-Bauern sollten von jeder Form der Mückenbekämpfung absehen – ihre Pflanzen werden es ihnen danken. Der Ertrag eines Kakaobaumes hängt nämlich stark davon ab, wie viele seiner Blüten durch Mücken bestäubt werden. Die Versorgung mit Wasser, Licht und Stickstoff ist dagegen zweitrangig, ermittelten Agrarökologen der Universität Göttingen.

Früchte am Kakaobaum. Foto: Uni Göttingen

Die Rolle der Bestäubung sei von Kakao-Produzenten bisher vernachlässigt worden, kritisiert Yann Clough von der Uni Göttingen. Sein Team untersuchte auf der indonesischen Insel Sulawesi, unter welchen Bedingungen Kakao von erhöhter Bestäubung profitiert.

Dazu bestäubten die Forscher per Hand 10, 40, 70 oder 100 Prozent der Blüten einer Kakaopflanze. Gleichzeitig variierten sie die Verfügbarkeit von Wasser, Licht und Stickstoff. Bereits eine Erhöhung der Bestäubungsintensität von 10 Prozent auf 40 Prozent der Blüten reichte aus, um den Ertrag des Baumes zu verdoppeln. „In der Natur geht man von Bestäubungsraten von maximal 10 Prozent aus. Das Potenzial für eine Ertragssteigerung ist somit enorm“, sagt Clough.

Die Früchte wachsen direkt am Stamm des bis zu 20 Meter großen Kakaobaums. Seine Blüten werden nicht durch Bienen, sondern durch winzige Mücken bestäubt. „Um die Bestäubungsintensität und damit den Ertrag eines Kakaobaumes zu erhöhen, müsste demnach die Mückenpopulation in den Plantagen gezielt gefördert werden“, empfiehlt Clough.

Forschung: Janna H. Groeneveld, Teja Tscharntke, Gerald Moser, Yann Clough; veröffentlicht in „Perspectives in Plant Ecology, Evolution and Systematics“. DOI:10.1016/j.ppees.2010.02.005

WWW:
Online-Veröffentlichung in „Perspectives …“
Fakultät für Agrarwissenschaften, Uni Göttingen

Posted in: Biologie
Möchten Sie den Beitrag bewerten?
SchlechtLangweiligGut zu wissenInteressantSpannend! (3 Bewertungen, im Schnitt 5,00 von 5)
Loading...

Drucken Drucken


Die Kommentare sind geschlossen.