Findet der Kugelblitz nur im Kopf statt?
Montag, 17. Mai 2010, 11:08 • Rubrik Physik.
Über die Entstehung und den Aufbau von Kugelblitzen gibt es zahlreiche Hypothesen, aber kaum belastbare Erkenntnisse. Handelt es sich bei den kreisförmigen Leuchterscheinungen, die in der Regel bei Gewittern auftreten, etwa nur um eine optische Täuschung? Physiker der Universität Innsbruck haben berechnet, dass das Magnetfeld langer Blitzentladungen im menschlichen Gehirn den Eindruck leuchtender Kugeln – sogenannte Phosphene – erzeugen könnte. Damit ließen sich viele der Beobachtungen von Kugelblitzen erklären, glauben die Forscher.
Kugelblitz in einer zeitgenössischen Darstellung des 19. Jahrhunderts. Quelle: Wikipedia
Die Physiker Josef Peer und Alexander Kendl haben die elektromagnetischen Felder verschiedener, bei Gewittern typischerweise auftretender Blitze untersucht. Ihre Berechnungen ergaben nun, dass die Magnetfelder bestimmter, lang anhaltender Blitze mit sich wiederholenden Entladungen genau die selben Eigenschaften haben, wie das in der klinischen und psychiatrischen Praxis gängige Verfahren der Transkraniellen Magnetstimulation (TMS) zur Anregung von Nerven im menschlichen Gehirn.
Die zeitliche Änderung von ausreichend starken Magnetfeldern verursache im Kopf elektrische Felder an den Nervenzellen der Sehrinde, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift “Physics Letters A”. Durch die elektrischen Felder könnten Leuchteindrücke hervorgerufen werden. “Aus klinischen Studien mit TMS sind real und hell erscheinende optische Sinneswahrnehmungen in verschiedenen Formen und Farben im Sichtfeld von Patienten und Versuchspersonen bekannt und gut untersucht”, sagt Kendl.
Auch der nahe Einschlag lang anhaltender Blitze könne solche Leuchteindrücke erzeugen kann – was wie ein Kugelblitz erscheinen würde. “Blitze mit wiederholten Entladungen, die über mehrere Sekunden die stimulierenden Magnetfelder erzeugen, sind eher selten und treten nur in etwa einem von hundert Fällen auf”, sagt Kendl. “Einem Beobachter, der sich im Abstand von wenigen hundert Metern von einem langen Blitzeinschlag entfernt befindet, kann ein magnetisches Phosphen in Form eines hellen Lichtflecks für einige Sekunden erscheinen.” Auch andere Sinneseindrücke wie Geräusche oder Gerüche könnten dabei auftreten. Da die Bezeichnung “Kugelblitz” aus den Medien bekannt sei, würden Beteiligte wohl auch runde Blitz-Phosphene so bezeichnen.
Forschung: Josef Peer, Alexander Kendl, Institut für Ionenphysik und Angewandte Physik der Universität Innsbruck; in Physics Letters A, 2010. doi:10.1016/j.physleta.2010.05.023 (arXiv:1005.1153)
WWW:
Institut für Ionenphysik und Angewandte Physik, Insbruck
Physics Letters A
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Was nicht recht in die Berechnungebn der Innsbrucker Kendl und Peer passt, wird ausgeblendet und ähnlichen Phänomenen zugeschrieben. Wie erklärt es sich z.B. , dass Kugelblitze vermutlich als Plasmakugel mit dem Luftzug über 10 Sekunden durch Räume wandern, um sich unmittelbar nach ihrem Entschwinden durchs offene Fenster erst danach nachweisbar am Haus entladen? Vermutlich sind ähnliche Sinneseindrücke aus Versuchen in der Psychatrie gut geeignet, schwer nachweisbare physikalische Phänomene zu negieren. Die beiden Physikusse haben offenbar bereits zuvor in ihren Modellrechnungen die Grenzen ihrers mathematischen Verständnisses erreicht. – Was nicht sein kann gibt´s eben nicht.
Zum Kugelblitz:
Ich habe den Kugelblitz-Artikel mit Bezug auf Gehirntätigkeit(was ja wohl heissen soll, existiert nur im Bewusstsein und nicht in der Realität) nicht zu Ende gelesen, weil mich der Forscher-Bla-Bla hier nicht interessiert.)
Als 4 jähriger Junge habe ich mit meinem Opa auf einer Landstrasse in Rheinland-Pfalz einen Kugelblitz gesehen. Dieser kam in Form eines “Sägeblattes” goldgelb durch die Luft über einem Bach in flacher Sinkrate und berührte zufällig die Landstrasse auf einer kleinen Brücke über den kleinen Bach, die sie überquerte. Dabei hinterliess der Kugelblitz eine ca. 10 cm breite verbrannte Spur auf dem Asphalt und rollte quer über die Strasse. Danach traf er den Stamm eines kleinen Baumes, der am Strassenrand stand, Stammdurchmesser ca. 12 – 15 cm. Diesen spaltete der Blitz in 2 Teile, der Baum hing nach 2 Seiten herunter, er war zerstört. Die Spaltung des Baumstammes erfolgte mit einem Knall. Ereignis irgendwo im Jahre 1953.
Ende der Erinnerung.