Posted in: Biologie, Klima, Umwelt 6. Mai 2010 11:44 0 Kommentare Weiter lesen →

Feinsinnige Moskitomütter

Nahaufnahme einer getigerten Stechmücke, die ihren Rüssel in menschliche Haut versenkt Stechmücken legen ihre Eier nicht in irgendein Wasser, belegen Versuche amerikanischer Biologen. Vor die Wahl gestellt, bevorzugen die weiblichen Tiere solche Pfützen und Gewässer, in denen sich bereits früher Mückenlarven entwickelt haben. Umgekehrt werden sie durch bestimmte Pflanzen abgeschreckt.

Foto: James Gathany/CDC

Möglicherweise könnten die Weibchen von den Larven abgegebene Moleküle wahrnehmen und so besonders gute Kinderstuben erkennen, erläutert Richard Duhrkopf von der texanischen Baylor University. “Wenn andere Moskitolarven sich in einem Wasserkörper entwickeln konnten, muss es dort ausreichend Nährstoffe geben”, so der Forscher. “Damit stehen die Chancen gut, dass neue Larven ebenfalls erfolgreich sein werden.”

Duhrkopf und seine Arbeitsgruppe stellten an 250 Stellen im Freiland offene Behälter auf. In die Behälter gaben sie entweder entmineralisiertes Wasser, Aufgüsse von Luzernenheu bzw. Kaninchentrockenfutter, Wasser mit einem Mückenlockstoff oder Wasser, in dem sich schon einmal Stechmückenlarven entwickelt hatten. Im Laufe der nächsten Tage fanden die Forscher bei regelmäßigen Kontrollen gut 3.700 Mückeneier in knapp 60 Prozent der Behälter.

Gut 1.800 dieser Eier, fast die Hälfte, waren in “Larvenwasser” gelegt worden, ermittelten Duhrkopf und Kollegen. “Das ist wirklich interessant, weil es vermuten lässt, dass weibliche Stechmücken in der Lage sind, Stoffwechselprodukte der Larven zu erkennen”, so der Biologe.

An zweiter Stelle folgte mit deutlichem Abstand entmineralisiertes Wasser mit rund 800 Eiern. Nochmals niedriger, aber statistisch nicht davon zu unterscheiden, waren die Zahlen für Trockenfutteraufguss und Lockstoffwasser. Um den Aufguss von Luzernenheu schienen die Stechmückenweibchen dagegen einen Bogen zu machen: Nur selten legten sie Eier in die entsprechenden Behälter und wenn doch, dann nur wenige.

Forschung: Richard Duhrkopf, Department of Biology, Baylor University, Waco, Texas; und andere

WWW:
Biology Department, Baylor University
Mosquito Life
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