Posted in: Gesundheit, Medizin 5. Mai 2010 12:47 Weiter lesen →

Erhöhtes Demenzrisiko bei dementem Partner

zwei PET-Schnittaufnahmen, überwiegend mit Gelb- und Rottönen bzw. Blautönen Bei älteren Ehepaaren entwickeln unverhältnismäßig oft beide Partner eine Demenz. Diese Beobachtung haben amerikanische Forscher im Rahmen einer Langzeitstudie mit mehr als 1.200 Paaren gemacht. Wurde bei einem Partner eine Demenz festgestellt, traf es den anderen Partner um ein Mehrfaches häufiger als rein rechnerisch zu erwarten.

PET-Aufnahmen: NIH-National Institute on Aging

Eine mögliche Erklärung für diesen Effekt liege in der körperlichen und psychischen Belastung, der ein Partner durch die Erkrankung des anderen ausgesetzt sei, erklärt Maria Norton von der Utah State University. Allerdings sei auch ein Einfluss des gemeinsamen Umfeldes möglich. Wie sehr die beiden Faktoren ins Gewicht fielen, müsse nun durch weitere Studien geklärt werden.

Norton und Kollegen analysierten Daten von 1.221 Ehepaaren, die an einer Studie zur Bedeutung von genetischen und Umweltfaktoren bei Demenzerkrankungen wie der Alzheimerschen Krankheit teilnehmen. Zu Beginn der Studie litt keiner der mindestens 65 Jahre alten Teilnehmer an Demenz. Im Beobachtungszeitraum von bis zu zwölf Jahren trat bei 125 Paaren eine Demenz lediglich beim Mann auf, bei 70 Paaren lediglich bei der Frau. Bei 30 Paaren traf es beide Partner, berichten die Forscher im „Journal of the American Geriatrics Society“.

Unter Berücksichtigung der sozialen und ökonomischen Verhältnisse, des Alters und anderer Faktoren schätzen Norton und Kollegen, dass Männer mit einer dementen Partnerin ein beinahe zwölf Mal so hohes Demenzrisiko aufweisen wie Männer, deren Partnerin nicht betroffen ist. Bei Frauen scheint sich das Risiko mit einem dementen Partner auf beinahe das Vierfache zu erhöhen.

Die neuen Resultate ließen allerdings auch ein positives Fazit zu, betont Norton. „Die überwiegende Mehrheit der Personen, bei deren Partner eine Demenz auftrat, wurde selbst nicht dement. Daher gilt es, jene Faktoren herauszuarbeiten, die mit einer höheren Anfälligkeit einhergehen.“

Forschung: Maria C. Norton, Center for Epidemiologic Studies, Department of Family, Consumer, and Human Development, Utah State University, Logan; und andere

Veröffentlichung Journal of the American Geriatrics Society, DOI 10.1111/j.1532-5415.2010.02806.x

WWW:
Center for Epidemiologic Studies, Utah State University
Cache County Study on Memory, Health and Aging
Kompetenznetz Demenzen

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