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Not-Rufe von Kaulquappen

Mittwoch, 14. April 2010, 14:49 • Rubrik Biologie.

Foto zeigt grün-braun getigerten Frosch mit heller Kehle, breitem Maul, an Hörner erinnernden Augenpartien Nicht nur geschlechtsreife Frösche machen sich lautstark bemerkbar. Zumindest bei einer Froschart produzieren bereits wenige Tage alte Kaulquappen gut hörbare Laute, haben argentinische und kanadische Biologen entdeckt. Die Rufe könnten dazu dienen, Kannibalismus unter den gefräßigen Froschlarven zu vermeiden.

Foto: Max Gross via Wikimedia.org (Creative Commons Attribution Share-Alike 3.0)

“Die Kaulquappen produzieren die Laute nur dann, wenn sie von einer Kaulquappe der gleichen Art angefallen oder mit einem Gegenstand berührt werden”, berichten Guillermo Natale von der Universidad Nacional La Plata im Fachblatt “Acta Zoologica”. Daher sei es auch denkbar, dass die Rufe generell eine Bedrohung anzeigten.

Natale und seine Kollegen entdeckten das Phänomen eher zufällig, als sie Kaulquappen des Argentinischen Hornfroschs (Ceratophrys ornata) mit einem Kescher aus ihrem Wasserbecken fischten. Zu ihrer Verblüffung stießen die Larven metallisch klingende Laute aus, die wenige Zehntelsekunden dauerten und aus raschen Abfolgen kurzer Klicklaute bestanden.

Diese Laute kommen zustande, indem die eigentlich noch kiemenatmenden Kaulquappen Luft aus ihrer Lunge und durch ihren Kehlkopf pressen. Die notwendigen anatomischen Strukturen – neben der Lunge die Muskulatur und die Knorpel des Kehlkopfs – sind bereits im Alter von wenigen Tagen ausgebildet, fanden die Biologen.

Aufgrund ihres stämmigen Körperbaus, ihres breiten Mauls und ihrer kurzen Beine werden Hornfrösche mitunter scherzhaft als “Pacman-Frösche” bezeichnet. Tatsächlich sind die Tiere berühmt-berüchtigt dafür, nach beinahe allem zu schnappen, was sich vor ihrer Schnauze bewegt – eine Gefräßigkeit, die sich schon bei ihren Kaulquappen andeutet. Möglicherweise dienten die Laute unter diesen Bedingungen als eine Art Selbstschutz, so die Forscher. “Angesichts unserer Daten erscheint es möglich, dass auch andere Froschlarven mit Appetit auf große Beute Laute produzieren.”

Forschung: Guillermo S. Natale, CIMA, Departamente de Química, Universidad Nacional La Plata, La Plata; Vance L. Trudeau, Department of Biology, University of Ottawa; und andere

Veröffentlichung Acta Zoologica, DOI 10.1111/j.1463-6395.2009.00445.x

WWW:
Centro de Investigaciones del Medio Ambiente, Universidad Nacional La Plata
Argentine Horned Frog

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