Smarte Meerschweinchen
Donnerstag, 25. März 2010, 12:43 • Rubrik Biologie, Psychologie.
Hausmeerschweinchen haben ein deutlich kleineres Gehirn als ihre wilden Verwandten. Auf ihre geistigen Fähigkeiten scheint sich das jedoch nicht negativ auszuwirken, haben Münsteraner Verhaltensforscher ermittelt. Bei ihren Tests schnitten domestizierte Meerschweinchen sogar etwas besser ab als wilde Vettern.
Foto: Tukka (Public Domain)
Meerschweinchen wurden vor mindestens 4.500 Jahren in Südamerika domestiziert. Bei heutigen Hausmeerschweinchen (Cavia aperea f. porcellus) sei das Gehirn um rund ein Siebtel kleiner als bei dem wilden Gemeinen Meerschweinchen (Cavia aperea), schreiben Lars Lewejohann und seine Kollegen von der Universität Münster im Fachblatt “Frontiers in Zoology”.
Um mehr über die möglichen Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Meerschweinchen-Hirns zu erfahren, führten die Forscher einen Lernversuch mit 28 bzw. 26 Vertretern beider Linien durch. Die Tiere wurden in ein 1,6 Meter großes, rundes Wasserbecken gesetzt, an dessen Innenwand acht verschiedene geometrische Figuren prangten. In der Nähe einer dieser Figuren befand sich dicht unter der Wasseroberfläche eine Plattform aus Acrylglas.
Hausmeerschweinchen schwammen zwar etwas langsamer, lernten aber rascher, die Plattform zu finden, beobachteten die Forscher. Die benötigte Zeit und die zurückgelegte Schwimmstrecke waren bei den domestizierten Tieren niedriger und sanken im Laufe des Trainings rascher als bei den wilden Verwandten. Und wurde die Plattform versuchsweise aus dem Becken entfernt, konzentrierten die Hausmeerschweinchen ihre Suche auf den richtigen Quadranten des Beckens, während die Gemeinen Meerschweinchen planlos umherpaddelten.
Die Beobachtungen widerlegten die Ansicht, Meerschweinchen seien generell nicht für Lernversuche geeignet, folgern Lewejohann und Kollegen. “Interessanterweise schienen domestizierte Tiere sich besser räumlich orientieren zu können, während wilde Meerschweinchen die besseren Schwimmer waren”, so der Forscher. “Möglicherweise zeigt sich hier eine Anpassung an die vom Menschen geformte Umwelt und damit einhergehend eine effizientere Problemlösung.”
Forschung: Lars Lewejohann, Thorsten Pickel, Norbert Sachser und Sylvia Kaiser, Institut für Neuro- und Verhaltensbiologie und Otto Creutzfeldt Center for Cognitive and Behavioral Neuroscience, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Veröffentlichung Frontiers in Zoology, 7:9, DOI 10.1186/1742-9994-7-9, 25. März 2010
WWW:
Abteilung für Verhaltensbiologie, Uni Münster
Meerschweinchen
The Domestic Guinea Pig
A Natural History of Domesticated Mammals
Morris Water Maze
Frontiers in Zoology
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Entspannt zur Hunde-Vielfalt
Größter Nager ähnelte Meerschweinchen
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Naja Meersäue sind aber nicht so klug wie Kaninchen. So manch ein Kaninchen kann den Besitzer sehr gut austricksen und lernt auch schnell.
Gibt halt auch dort gravierende Unterschiede und man merkt jedes mal doch, dass wir gar nicht so weit von einander entfernt sind, wie manche Leute denken.