Posted in: Psychologie, Schule 9. März 2010 01:01 Weiter lesen →

Gutes Umfeld, gute Leistungen

Auch vermeintlich unbedeutende Faktoren haben Einfluss darauf, wie gut eine Person bei einer Prüfung abschneidet. Diese Ansicht bekräftigen Experimente zweier amerikanischer Psychologen. Hatten die Teilnehmer unterschiedlich gute Schulnoten gelesen und selbst notiert, erzielten sie bei einem nachfolgenden Test entsprechend bessere oder schlechtere Resultate.

Foto: pst /Fotolia

Eine mögliche Erklärung für diese selbsterfüllende Prophezeiung liege in einer unterschiedlichen Motivation der Teilnehmer, erklärt Keith Ciani von der University of Missouri in Columbia. Nach dem „Kontakt“ mit der guten Schulnote hätten sie den Test vielleicht mit dem Ziel in Angriff genommen, ihn zu bestehen. Nach dem Kontakt mit der schlechten Note könnte es ihnen eher darum gegangen sein, nicht zu versagen.

Ciani und sein Kollege Kennon Sheldon führten ihre Versuche mit insgesamt 131 Studierenden durch. Bevor diese einen schriftlichen Test absolvierten, wurden sie zufällig den Testreihen „A“ bzw. „F“ zugeordnet und gebeten, diese Buchstaben, die im englischen Sprachraum den Schulnoten „sehr gut“ bzw. „ungenügend“ entsprechen, auf ihrem Prüfungsbogen zu notieren.

Die Teilnehmer der „A“-Gruppe erzielten im Schnitt 11,1 Punkte, jene der „F“-Gruppe dagegen nur 9,4 von 12 möglichen Punkten. Gab es noch eine dritte Gruppe, die dem Buchstaben „J“ ohne Bezug zu einer Schulnote zugeordnet worden war, lagen deren Resultate zwischen denen der beiden anderen Gruppen.

Unmittelbar nach dem Test habe allerdings keiner der Teilnehmer die Buchstaben mit Noten in Verbindung gebracht, betonen die Forscher. Die Verknüpfung und die resultierende Beeinflussung müssten daher unbewusst erfolgt sein.

Forschung: Keith Ciani und Kennon M. Sheldon, Department of Educational, School, and Counseling Psychology und Department of Psychological Sciences, University of Missouri, Columbia, Ohio

Veröffentlichung British Journal of Educational Psychology, Vol. 80(1), pp 99-119, DOI 10.1348/000709909X466479

WWW:
Psychological Sciences, University of Missouri-Columbia

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