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Robuste Kostbarkeit aus der Bronzezeit

Freitag, 26. Februar 2010, 18:59 • Rubrik Archäologie, Geschichte, Technik.

Foto zeigt Bronzeschwert mit Verzierungen am Griff, waagerecht in eine Messapparatur mit metallenen, fächerförmigen Detektoren eingespannt Schon vor mehr als 3.000 Jahren verstanden die Schmiede ihr Handwerk, belegt die Untersuchung eines bronzezeitlichen Schwerts durch europäische Forscher. Das vollständig aus Metall gearbeitete und gut zwei Ellen lange Schmuckstück hat demnach auch in technischer Hinsicht einiges zu bieten.

Foto: Copyright European Union 2010

Das Bronzeschwert stammt aus dem 13. bis 11. Jahrhundert vor Christus und war vor einigen Jahren nahe des Dorfs Buggenum aus einem Seitenkanal der Maas geborgen worden. Knapp ein Kilogramm schwer, war es wohl nur für zeremonielle Zwecke gedacht. Des ungeachtet ist es derart stabil gearbeitet, dass man es durchaus auch als Waffe hätte einsetzen können, fanden Hans Postma von der Technischen Universität Delft und seine Kollegen.

Die Forscher nahmen das kostbare Objekt mit einer relativ jungen Untersuchungsmethode zerstörungsfrei unter die Lupe. An Teilchenbeschleunigern in Belgien und England beschossen sie das Schwert mit Neutronen unterschiedlicher Energie und maßen die Gammastrahlung, die beim Einfang der Neutronen durch Atome im Metall freigesetzt wurde. Jedes chemische Element absorbiert Neutronen einer bestimmten Energie besonders gut, sodass die Messdaten die genaue Zusammensetzung der Legierung verrieten.

Es zeigte sich, dass die fast 60 Zentimeter lange Klinge und der rund 10 Zentimeter lange Griff unterschiedliche Mengenverhältnisse von Kupfer und Zinn aufweisen. Offenbar stammen sie aus zwei unterschiedlichen Güssen, folgern die Forscher. Winzige, aus der Legierung “ausgefallene” Zinnkörnchen lassen zudem vermuten, dass die Klinge durch wiederholtes Erhitzen gehärtet wurde. Das Klingenstück ragt mit einer langen Zunge in das relativ dünnwandige Griffstück hinein. Große Nieten stellen eine feste Verbindung zwischen beiden Teilen her.

Die neuen Resultate erlauben Archäologen Einblicke nicht nur in die Handwerkskunst, sondern auch in die Handelsbeziehungen vor mehr als drei Jahrtausenden, berichten Postma und Kollegen. Der Kobaltgehalt der Bronze bestätige die Vermutung, dass das Schwert im Alpenvorraum entlang der Donau geschmiedet wurde und von dort aus die lange Reise an die Maas antrat.

Forschung: Hans Postma, Radiation Detection and Medical Imaging, Faculteit Technische Natuurwetenschappen, TU Delft; Luc Armkreutz, Rijksmuseum van Oudheden, Leiden; Alessandro Borella, Institute of Reference Materials and Measurements, European Commission Joint Research Centre, Geel; und andere

Veröffentlichung Journal of Radioanalytical and Nuclear Chemistry, Vol. 283(3), pp 641-52, DOI 10.1007/s10967-009-0405-z

WWW:
Technische Natuurwetenschappen, TU Delft
Institute of Reference Materials and Measurements, EC-Joint Research Centre
Rijksmuseum van Oudheden
Ancient Charm

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