Knochendichte: Wie der Großvater, so der Enkel

1. Februar 2010 15:31 Drucken

Ein Großvater spaziert mit seinen Enkelkindern die Straße entlang Wenn der Großvater einen Oberschenkelhalsbruch hatte, sollten auch seine Enkel acht auf ihre Knochen geben. Diesen Schluss legt eine Studie schwedischer und englischer Mediziner nahe. Die Veranlagung für vergleichsweise schwach gebaute Knochen lässt sich demnach über zwei Generationen verfolgen.

Foto: robdigphot /Fotolia

“Dieser neue Risikofaktor könnte sich als bedeutsam für die Diagnose einer verringerten Knochenmasse erweisen”, erklärt Mattias Lorentzon von der Universität Göteborg. Zudem liefere er neue Hinweise auf die Mechanismen, die hinter der Vererbbarkeit von Knochendichte und Frakturrisiko ständen, so der Mediziner.

Lorentzon und seine Kollegen analysierten die Daten von rund 4.700 Großmüttern bzw. Großvätern und durchschnittlich 19 Jahre alten Enkelsöhnen. Von den Großeltern hatten 269 eine Fraktur des kurzen Schenkelhalses, der das lange Hauptstück des Oberschenkelknochens mit dem Kugelkopf im Hüftgelenk verbindet, erlitten.

Bei den Enkeln dieser Großeltern lag die Knochendichte, ermittelt für das gesamte Skelett, den Oberarmknochen bzw. die Lendenwirbelsäule, um bis zu 5 Prozent unter den Werten bei den übrigen Enkelsöhnen. Damit nicht genug, war die kompakte Außenschicht der Knochen in dieser Gruppe bis zu 4 Prozent dünner, berichten die Forscher im “Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism”. Besonders ausgeprägt war der Zusammenhang, wenn der Großvater den Schenkelhalsbruch erlitten hatte.

Die Berücksichtigung von Faktoren wie Rauchen, Sport, Ernährung und Statur habe die Zusammenhänge höchstens noch verstärkt, betonen die Mediziner. Angesichts dieser Resultate müsse man davon ausgehen, dass die Enkelsöhne der betroffenen Senioren ein höheres Osteoporoserisiko aufwiesen, so Lorentzon. “Mit anderen Worten: bei ihnen besteht ein höheres Risiko für künftige Knochenbrüche als bei ihren Altersgenossen.”

Forschung: Robert Rudäng und Mattias Lorentzon, Center for Bone Research, Avdelningen för invärtesmedicin, Sahlgrenska akademin, Göteborgs universitet; Anders Odén, Centre for Metabolic Bone Diseases, University of Sheffield Medical School; und andere

Veröffentlichung Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, DOI 10.1210/jc.2009-1098

WWW:
Institutionen för medicin, Göteborgs universitet
Schenkelhalsfraktur
Knochengewebe
Osteoporosis

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Häufig Softdrinks, weiche Knochen


Kommentare und Trackbacks

Möchten Sie etwas zum Artikel sagen ?





Switch to our mobile site

Bottom