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Indianische Salz-Industrie

Dienstag, 5. Januar 2010, 21:22 • Rubrik Archäologie, Geologie, Geschichte, Kultur, Technik.

Foto zeigt zwei Menschen, am Rande eines mit runden, teils wassergefüllten Vertiefungen übersäten Felsplateaus stehend Auch die nordamerikanischen Indianer wussten Ressourcen systematisch zu nutzen. Zu diesem Schluss kommen zwei US-Geowissenschaftler nach der Untersuchung eines mit metergroßen Vertiefungen übersäten Felsplateaus in Kalifornien. Ihrer Ansicht nach handelt es sich dabei nicht etwa um eine geologische Laune der Natur, sondern um eine indianische Saline.

Foto: Tyler Childress, US Geological Survey

“Eine Anlage von solchen Ausmaßen lieferte sehr viel mehr Salz, als der örtliche Stamm für Kochen, Konservieren von Lebensmitteln und für das Anlocken von Jagdwild benötigte”, erklärt James Moore vom US Geological Survey. “Dieser hatte als einen großen Überschuss eines wertvollen Guts für den Handel mit anderen Stämmen.”

Die mutmaßliche Saline liegt in der kalifornischen Sierra Nevada auf einem Granitplateau und besteht aus 369 runden, etwa 80 Zentimeter tiefen Becken. Diese sind über eine Fläche von rund 50 mal 150 Meter verteilt, durch die sich ein stark salzhaltiger Wasserlauf zieht. Das Ensemble war bereits Ende des 19. Jahrhunderts von einem Kartographen beschrieben, allerdings mit Nachdruck als Anhäufung von Sinklöchern gedeutet worden.

Moore und sein Kollege Michael Diggles nahmen den Ort nun erneut unter die Lupe und kommen zu einem anderen Schluss. Schon die einheitliche Größe, die glatte Innenfläche und die regelmäßige Anordnung mit lediglich einer Handvoll überlappender Becken sprächen für eine von den kalifornischen Miwok angelegte Struktur.

Luftbild zeigt das Plateau, mit regelmäßig angeordneten Löchern überzogen Foto: US Geological Survey

Wahrscheinlich seien die Becken mit dem salzigen Wasser gefüllt worden, um nach dessen Verdampfung die Salzkruste zu ernten, so die beiden Forscher. Ausgehend von der Fläche der Becken und den örtlichen Verdunstungsraten, schätzen sie, dass die Miwok mit der Anlage jeden Sommer etwa 2,5 Tonnen Salz gewinnen konnten – entsprechend fast 90 Prozent des im Wasserlauf transportierten Salzes.

Das Anlegen der Becken selbst könnte eine relativ einfache, aber sehr langwierige Prozedur gewesen sein, vermuten die Forscher. Wahrscheinlich ließen die Miwok Feuer auf dem Granit abbrennen und konnten dann größere Stücke aus der heißen, unter Spannung gesetzten Felsoberfläche schlagen – allerdings jedes Mal nur bis zu einer Tiefe von etwa einem Zentimeter. Für die gesamte Saline dürften die Miwok daher Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte benötigt haben, schätzen Moore und Diggles.

Forschung: James G. Moore und Michael F. Diggles, US Geological Survey, Menlo Park, Kalifornien

Veröffentlichung USGS Scientific Investigations Report 2009-5225

WWW:
US Geological Survey
Miwok

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