Nahe Ziele, ferne Ziele
Sonntag, 6. Dezember 2009, 18:25 • Rubrik Redaktionsblog.
In den nächsten zwei Wochen schaut die Weltöffentlichkeit gebannt nach Kopenhagen. Dort treffen sich die schlimmsten Alkoholiker und beraten, ob sie vom hemmungslosen Konsum billigen Fusels auf den rationierten Genuss kleinster Mengen Whisky umsteigen sollen. Sie werden zum Abschluss ihrer Konferenz beteuern, dass sie das ernsthaft vorhaben, und zwar in mittlerer Zukunft, so innerhalb von 20 bis 40 Jahren.
So etwa muss man sich das vorstellen, wenn die Regierungen unserer Welt sich zusammensetzen. In ihren jeweiligen Ländern schaffen sie es seit Jahrzehnten nicht, die ausufernde Staatsschulden zu stoppen, was eine vergleichbar leichte Übung sein müsste. Trotzdem sind sie optimistisch, den Anstieg der globalen Temperaturen bis 2050 auf exakt zwei Grad Celsius begrenzen zu können.
Nach Ansicht der großen Mehrheit der Klimaforscher sollten wir den Ausstoß von Kohlendioxid drastisch reduzieren, um überhaupt eine realistische Chance zu haben, uns diesem Ziel zu nähern. Dazu müsste die Welt vor allem die Nutzung von Kohle zur Energiegewinnung stark zurückfahren. Aber danach sieht es nicht aus. Denn während die Vorräte an Öl und Uran schon stark begrenzt sind, ist ausgerechnet die böse Kohle noch im Überfluss vorhanden. Wir können noch hundert, ja zweihundert Jahre lang Wärme und Elektrizität aus Kohle gewinnen. Und ausgerechnet die drei der voraussichtlich größten “Umweltsünder” der Zukunft sind neben Russland Besitzer der größten Kohlevorkommen der Erde: China, Indien und die USA. Die ersten beiden sind Schwellenländer, deren weitgehend arme Bevölkerung einen Anteil am Wohlstand einfordert. Und in den USA hängt die Wirtschaft ganzer Bundesstaaten von Abbau und Nutzung der Kohle ab. Präsident Obama hätte nicht einmal sein demokratisches Lager komplett hinter sich, wollte er diese Industrie auch nur ansatzweise zurückbauen.
Wie machen wir diesen Staaten klar, dass sie auf ihre Bodenschätze verzichten und auf die wesentlich teureren regenerativen Energien setzen sollen? Und wie ist es mit unserer Bereitschaft, unseren eigenen Energiebedarf deutlich einzuschränken?
Wohin wir wirklich alle streben, verrät unsere Bundesregierung dieser Tage mit ihrem so genannten “Wachstumsbeschleunigungsgesetz”. Mal abgesehen davon, dass die darin beschlossenen Maßnahmen lächerlich und beliebig sind, steht sein Titel doch beispielhaft dafür, was wir wollen bzw. sollen: Wachsen, wachsen, wachsen, und das bitte schön auch noch beschleunigt. Als wären nicht schon längst alle nachhaltig verträglichen Grenzen dafür überschritten.
S.J.
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Die vornehmliche Kritik an dieser Konferenz ist nicht, dass diese Wachstum verhindert. Die Kritik an dieser Konferenz und dem Klima-Hype richtet gegen die angebliche Ursache der Konferenz: einen vorgeblich menschengemachten Klimawandel.
Sollen wir wirklich aufgrund obskurer Daten, einem völlig undurchsichtigen und unveröffentlichten Modell Milliarden ausgeben und Entwicklungsländern Lasten aufbürden?
Es gibt ernstzunehmende Alternativerklärungen zum Klimawandel und solange diese nicht falsifiziert sind, sollen wir die Finger von “Terraforming” lassen und unsere Allmachtsfantasien zügeln.
Nein Herr Richter, ich kann mich Ihrer Kritik nicht anschließen. Zu der Einschätzung, dass der Mensch ganz erheblich zum Klimawandel beiträgt, ist die Wissenschaft keineswegs “aufgrund obskurer Daten” gelangt. Es gibt auch keine “ernstzunehmenden Alternativerklärungen” gegen die Daten, welche tausende Forscher weltweit in den letzten zehn, fünfzehn Jahren gesammelt haben.
Kaum ein Klimaforscher bestreitet, dass auch natürliche Ursachen zum globalen Temperaturanstieg beitragen. Aber die menschlichen Einflüsse haben diesen Trend deutlich verstärkt und vor allem das Tempo extrem beschleunigt. Was früher Jahrhunderte und Jahrtausende brauchte, schaffen wir in Jahrzehnten. Dafür gibt es eine Vielzahl von Belegen, über die wir hier seit Jahren auch immer wieder mal berichten. Ob Sie das zur Kenntnis nehmen wollen oder nicht, bleibt natürlich Ihre Sache.
Der lieb Herr Doktor ist ein Beispiel dafür und er steht auch stellvertretend für die Ignoranz, die in solchen Kreisen immer noch verbreitet ist. Auch wenn ich kein Doktor bin, so ist mir schon aus purem menschenverstand klar, das bald 8 Milliarden Menschen die Umgebung in der sie leben,beinflussen. Bakterien und Algen haben die Umwelt soweit verändert, das Leben überhaupt möglich wurde,
da ist es für mich klar, das auch das umgekehrte geschehen kann. Wenn ich mein Aquarium nicht reinige, dann sterben die Fische, und genau das ist es, was wir mit der Erde machen. Ich könnte mir die Haare raufen, wenn ich so Sachen wie von diesem Doktor lese, wie kann man alle Erkenntnisse und Daten der letzten Jahre als obskure Daten abtun? Da bleibt wenig Hoffnung, und ich hoffe nur der Herr Doktor ist kein Mediziner.