Wie Stinktiere abschrecken
Donnerstag, 12. November 2009, 13:23 • Rubrik Biologie.
Wenn sich Stinktiere Respekt verschaffen, tun sie das mit Nachdruck. Eine amerikanische Biologin hat ermittelt, dass selbst deutlich größere Raubtiere einen weiten Bogen um die wehrhaften Allesfresser machen. Dazu braucht es nicht einmal die auffällige schwarz-weiße Fellzeichnung, schon die Silhouette mit dem buschigen Schwanz genügt als Warnsignal.
Eine Silhouette, die junge Räuber nicht so schnell vergessen. Foto: Jef Poskanzer via flickr (Creative Commons Attribution 2.0)
Kojoten, Luchse, Pumas und sogar Bären gehen entsprechend präparierten Stinktiermodellen nach Möglichkeit aus dem Weg, beobachtete Jennifer Hunter von der University of California in Davis. Das gilt allerdings nicht in Gebieten, in denen normalerweise keine Stinktiere vorkommen, fand die Forscherin. Der Abschreckungseffekt beruhe also auf dem Wachrufen unangenehmer Erinnerungen an frühere Begegnungen.
Hunter stellte ausgestopfte Streifenskunks (Mephitis mephitis) und Graufüchse (Urocyon cinereoargenteus) in verschiedenen Gegenden Kaliforniens auf. Einige Stinktiermodelle hatte sie zuvor grau gefärbt, einige Graufuchsmodelle dagegen mit der typischen schwarz-weißen Streifenzeichnung versehen. Mit Hilfe von Infrarotkameras verfolgte sie dann, ob und welche Tiere sich den mit Ködern versehenen Modellen näherten.
In Gebieten, in denen keine Streifenskunks leben, kamen verschiedene Raubtiere an die Modelle heran, untersuchten sie ausgiebig und versuchten mitunter sogar sie wegzuschleppen, berichtet Hunter im Fachblatt “Behavioral Ecology”. In Gegenden, in denen Stinktiere heimisch sind, blieben dagegen selbst die umgefärbten Stinktier- und Fuchsmodelle vergleichsweise unbehelligt.
Angesichts dieser Resultate stelle sich die Frage, welche Fressfeinde Stinktiere überhaupt fürchten müssen, so die Forscherin. Zwar werden Skunks mitunter von Greifvögeln geschlagen. Nach Ansicht Hunters dürfte ihre Vermehrung aber hauptsächlich durch Krankheiten sowie durch das Angebot an Nahrung und freien Habitaten begrenzt werden – Faktoren, die letztlich wiederum von der Zahl bereits vorhandener Stinktiere abhängen.
Forschung: Jennifer S. Hunter, Department of Wildlife, Fish and Conservation Biology, University of California, Davis
Veröffentlichung Behavioral Ecology, DOI 10.1093/beheco/arp144
WWW:
Wildlife, Fish and Conservation Biology, UC Davis
Striped Skunk
Skunk Defensive Secretion
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