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Unruhige Vulkane kühlten die Erde

Mittwoch, 28. Oktober 2009, 13:14 • Rubrik Chemie, Geologie, Klima, Umwelt.

Foto zeigt Person in dickem weißen Kapuzenanzug, schwarzer Kappenschirm, in einer rechteckigen Grube im Eis Ein nirgends verzeichneter Vulkanausbruch läutete ein besonders kühles Jahrzehnt der Neuzeit ein. Belege für diese Ansicht haben amerikanische und französische Forscher in Eisbohrkernen gefunden. Im Jahr 1809 muss demnach ein Vulkan in den Tropen große Mengen von Rauch und Asche in die Stratosphäre geschleudert und so einen regelrechten Schleier über die Erde gelegt haben.

Foto: Joël Savarino, CNRS

Der Fingerabdruck dieser Eruption finde sich im Eis sowohl der Arktis als auch der Antarktis, erklärt Mark Thiemens von der University of California, San Diego. “Gemessen an der Stärke des Signals in den Eisbohrkernen, muss der Ausbruch gewaltig gewesen sein – größer noch als der des Pinatubo auf den Philippinen im Jahr 1991.”

Im Verein mit der Eruption des Tambora wenige Jahre später, könnte der bislang unbekannte Ausbruch das Jahrzehnt 1810-19 zu einem der kältesten der letzten 500 Jahre gemacht haben, so Thiemens’ Kollege Jihong Cole-Dai von der South Dakota State University. Von den Vulkanen ausgestoßene Schwefelverbindungen hätten in der Stratosphäre zur Bildung eines schwefelsauren Aerosolschleiers geführt, der Sonnenlicht zurück ins All gelenkt habe.

Auf die Spur dieses Schleiers stießen die Forscher in den grönländischen und antarktischen Eisschilden. Bei der Analyse des zu Eis verdichteten Schnees fanden sie in Schichten aus den Jahren 1809 und 1810 Schwefelsäure mit einem Konzentrationsverhältnis unterschiedlicher Schwefelisotope, wie es typisch für chemische Reaktionen vulkanischen Materials in der Stratosphäre ist.

Für einen Ausbruch in den Tropen spreche wiederum die Tatsache, dass der vulkanische “Fingerabdruck” zeitgleich an Nord- und Südpol auftauche, so Cole-Dai weiter. Nach Ansicht des Chemikers könnten bei dem nicht dokumentierten Ereignis etwa 50 Millionen Tonnen gasförmiger Schwefelverbindungen in die Atmosphäre gelangt sein.

Forschung: Jihong Cole-Dai, Department of Chemistry and Biochemistry, South Dakota State University, Brookings; Joël Savarino, Laboratoire de Glaciologie et Géophysique de l´Environnement, CNRS/Université Joseph Fourier, Grenoble; Mark H. Thiemens, Department of Chemistry and Biochemistry, University of California San Diego, La Jolla; und andere

Veröffentlichung Geophysical Research Letters, DOI 10.1029/2009GL040882

WWW:
Cole-Dai Homepage, South Dakota State University
Thiemens Research Group, UC San Diego
Laboratoire de Glaciologie et Géophysique de l´Environnement, Grenoble
Klimageschichte
Tambora
Chemistry of Volcanic Fallout Reveals Secrets of Past Eruptions

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