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Guter Start für junge Haie

Donnerstag, 22. Oktober 2009, 13:15 • Rubrik Biologie.

Zeichnung zeigt schlanken Hai mit dunkelgrauem Rücken und hellgrauer Bauchseite, typisch dreieckiger Rückenflosse Auch Haimütter helfen ihrem Nachwuchs beim Start ins Leben. Das tun sie allerdings eher im Verborgenen, hat eine internationale Forschergruppe bei zwei lebendgebärenden Haispezies entdeckt. Deren Junge können wochenlang von Energiereserven zehren, die ihnen die Mutter in Form einer riesenhaften Leber mit auf den Weg gegeben hat.

Bild: NOAA

“Wahrscheinlich helfen diese Leberreserven den neugeborenen Haien, sich in ihrer Umgebung zurechtzufinden und ihre Jagdfähigkeiten zu entwickeln”, erklärt Nigel Hussey von der walisischen Bangor University. Zwar sei bekannt gewesen, dass ältere Haie ihre Leber als Auftriebskörper und als Energiespeicher nutzten. Die Entdeckung, dass dieser Speicher schon bei Neugeborenen gut gefüllt ist, sei jedoch eine Überraschung.

Im Rahmen ihrer Studie untersuchten Hussey und Kollegen Schwarzhaie und Spinnerhaie (Carcharhinus obscurus und C. brevipinna), die in Hainetzen vor südafrikanischen Stränden verendet waren. Wie die Forscher im “Journal of Animal Ecology” berichten, macht die Leber bei kurz vor der Geburt stehenden Jungtieren rund ein Fünftel der Körpermasse aus. Bis zu jenem Alter, in dem die Junghaie erstmals Beute machen, sinkt der Anteil auf etwa 6 Prozent.

Frühere Untersuchungen hatten ergeben, dass die Jungen der beiden Carcharinus-Spezies in den ersten Lebenswochen an Gewicht verlieren. Die neuen Ergebnisse zeigten, dass diese Entwicklung nicht etwa einen schlechten Ernährungszustand widerspiegle, folgern die Meeresbiologen, sondern das Aufbrauchen der Reserven in der Leber.

Insgesamt scheinen die Haimütter abzuwägen, wie viel Ressourcen sie in den aktuellen Nachwuchs investieren und wie viel sie für sich selbst und damit für künftigen Nachwuchs aufsparen, fanden die Forscher. Offenbar können die Weibchen auch den Geburtszeitpunkt hinauszögern, um ihren Nachwuchs mit besonders üppigen Reserven und in einer günstigen Jahreszeit zu gebären. “Diese Fähigkeiten könnten ein Grund für den großen evolutionären Erfolg der Haie sein”, vermutet Hussey.

Forschung: Nigel E. Hussey, School of Ocean Sciences, Bangor University, Anglesey; Sabine P. Wintner, KwaZulu-Natal Sharks Board, Umhlanga Rocks, und Biomedical Research Unit, University of KwaZulu-Natal, Durban; M. Aaron MacNeil, Australian Institute of Marine Science, Townsville; und andere

Veröffentlichung Journal of Animal Ecology, DOI 10.1111/j.1365-2656.2009.01623.x

WWW:
Shark Ecology, Bangor University
KwaZulu-Natal Sharks Board
- Shark Nets, Drumlines, and Safe Swimming
Australian Institute of Marine Science
Die Familie der “Grauhaie”

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Kannibalismus im Fliegen-Mutterleib



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