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Diabetes weiter auf dem Vormarsch

Dienstag, 20. Oktober 2009, 17:34 • Rubrik Gesundheit, Medizin, Soziales.

Weltkarte, Länder je nach Diabetes-Häufigkeit unterschiedlich intensiv blau eingefärbt Obgleich keine Infektionskrankheit, breitet sich der Diabetes in epidemieartigem Tempo weiter aus. Das zeigen die jüngsten Prognosen einer internationalen Fachorganisation. Im nächsten Jahr werden demnach weltweit etwa 285 Millionen Menschen an der Zuckerkrankheit leiden, mit resultierenden Kosten in Höhe von einer viertel Billion Euro.

Die für 2010 vorhergesagte Diabetes-Prävalenz, standardisiert nach der Altersstruktur. Grafik: IDF Diabetes Atlas, 4th edition, Copyright International Diabetes Federation, 2009

Offensichtlich sei die Diabetes-Epidemie außer Kontrolle, so Jean Claude Mbanya, Mediziner an der Universität von Yaoundé und Präsident der Internationalen Diabetes-Förderation (IDF). Noch im Jahr 1985 sei man von 30 Millionen Diabetikern ausgegangen, im Jahr 2000 von 150 Millionen.

Die neue Schätzung findet sich in der aktuellen Ausgabe des Diabetes-Atlas der IDF. Sie beruht auf Zahlen aus 216 Ländern und Territorien mit insgesamt 4,34 Milliarden Einwohnern im Alter zwischen 20 und 79 Jahren.

Gemessen am Anteil der betroffenen Bevölkerung, haben Länder mit niedrigen und mittleren Pro-Kopf-Einkommen eine besonders schwere Last zu tragen. In einigen Staaten am Persischen Golf, in Südostasien und im Pazifik ist demnach mehr als jeder siebte Einwohner zuckerkrank.

Für Deutschland prognostiziert der Atlas eine Zahl von knapp 7,5 Millionen Erkrankten im Jahr 2010. Das entspricht 12 Prozent der betrachteten Altersgruppe. Berücksichtigt man für internationale Vergleiche die Altersstruktur, in diesem Falle den hohen Anteil älterer Personen, ergibt sich ein Wert von knapp 9 Prozent.

Bei bis zu 95 Prozent der Erkrankungen handelt es sich um den Diabetes vom Typ 2 und damit um eine Form der Zuckerkrankheit, die letztlich auf eine Überlastung des Stoffwechsels zurückgeht. Einst nur als “Altersdiabetes” bekannt, ist sie inzwischen auch bei Kindern und Jugendlichen keine Seltenheit mehr. Als Hauptursachen gelten falsche Ernährung und Bewegungsmangel, sodass ein großer Teil der Erkrankungen grundsätzlich vermeidbar wäre. Der klassische Zucker vom Typ 1 ist dagegen eine Autoimmunerkrankung.

Forschung: Nigel Unwin, World Health Organization, Genf, und School of Clinical Medical Sciences, University of Newcastle upon Tyne; und andere

Präsentation auf dem 20th World Diabetes Congress, Montréal

WWW:
International Diabetes Federation
- IDF Diabetes Atlas
Diabetes Deutschland

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2 Kommentare for “Diabetes weiter auf dem Vormarsch”

  1. JB

    Informativ und eine wichtige Information gerade auch für die junge Generation. Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit ist wichtig. Hoffen wir, dass viele daraus lernen. Mit Gruß.

  2. Hermann Kaufmann

    Und immer noch empfehlen die DGE und sog. Ernährungspäpste fleissig Brot und andere Kohlenhydrate zu essen. Wer selber nachdenkt kommt zum Schluss, dass das extreme Auf und Ab der Insulinproduktion eine Ermühdung der Pankreas bewirkt (beim Diabetes II). Ist es Zufall, dass ich mit 66 Jahren keinerlei Anzeichen von Diabetes II habe? Wir essen seit Jahren praktisch nur sehr selten Brot und Teigwaren. MEIDE DEN WEIZEN, auch wenn’s ein grosser Wirtschaftsfaktor ist!

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