Norwegische Baum-Mumien
Mittwoch, 14. Oktober 2009, 16:42 • Rubrik Archäologie, Chemie, Geschichte.
Schon die alten Ägypter nutzten das Harz von Bäumen, um die Körper ihrer Verstorbenen zu konservieren. Das pflanzliche Gegenstück zu diesen Mumien haben Forscher in Norwegen gefunden. Im Südwesten des Landes entdeckten sie gut erhaltene Stämme von Kiefern, die bereits im Mittelalter gestorben sind.
Dieser Baum wuchs in den Jahren 1334-1513. Foto: Terje Thun, NTNU
Eigentlich habe man die Baumstämme nur angebohrt, um mehr über das vergangene Klima der Region zu erfahren, erläutert Terje Thun von der Norwegischen Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität in Trondheim. Die Datierung anhand der Jahresringe habe dann ergeben, dass das Holz im 13. und 14. Jahrhundert gewachsen sei, unter anderem zur Zeit der verheerenden Pestepidemien.
Die Entdeckung sei umso bemerkenswerter, als die küstennahe Gegend um die Ortschaft Sogndal milde Winter und Jahresniederschläge um 1.500 Millimeter aufweise, so Thun weiter. Normalerweise verrotte organische Materie in einer solchen Umgebung sehr rasch. “Dies ist ein ganz außerordentlicher Fund – ich würde sogar von einer Sensation sprechen.”
Zwar wisse man, dass Kiefern gegen Ende ihres Lebens große Mengen von Harz produzierten, so der Forscher. Dass diese Imprägnierung das Wirken von Mikroben und Insekten über Jahrhunderte eindämmen und Bäume nach dem Tod regelrecht mumifizieren könne, sei für ihn jedoch neu gewesen.
Forschung: Helene Løvstrand Svarva und Terje Thun, Institutt for biologi und Vitenskapsmuseet, Norges teknisk-naturvitenskapelige universitet, Trondheim
WWW:
Vitenskapsmuseet, NTNU
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