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Große Fettzellen, höheres Diabetesrisiko

Freitag, 11. September 2009, 12:59 • Rubrik Geschichte, Medizin.

Der Weg zum Diabetes kann bereits Jahrzehnte vor dem Auftreten der Erkrankung geebnet sein. Diese Ansicht bekräftigen Resultate aus einer schwedischen Langzeitstudie. Jene Teilnehmerinnen, die zu Beginn der Studie große Fettzellen aufwiesen, entwickelten in den Folgejahren mit erhöhter Wahrscheinlichkeit einen Diabetes vom Typ 2.

Dieses Resultat könnte helfen zu verstehen, warum mitunter auch normalgewichtige, gesund lebende Menschen an dieser Form des Diabetes erkranken, hoffen die Medizinerinnen um Malin Lönn von der Universität Göteborg. Einst nur als “Alterszucker” bekannt, wird die Erkrankung inzwischen auch bei Kindern und jungen Erwachsenen diagnostiziert. Hervorgerufen wird sie durch eine Überlastung des körpereigenen Blutzucker-Kontrollsystems.

Lönn und Kolleginnen analysierten die Daten von 1.302 Einwohnerinnen Göteborgs, die Mitte der 70er-Jahre in eine Langzeitstudie eingetreten waren. Bei dieser Gelegenheit wurden unter anderem Taillenumfang und Körpergröße gemessen, bei 245 Teilnehmerinnen wurden zudem Biopsien des Unterhautfetts an Bauch und Oberschenkel genommen.

Die Medizinerinnen betrachteten 36 Fälle von Typ-2-Diabetes, die in dieser Gruppe bis zum Jahr 2001 aufgetreten waren. Wie sie im “FASEB Journal” berichten, gingen große Fettzellen mit einem rund 90 Prozent höheren Erkrankungsrisiko einher. Unabhängig von der Zellgröße, erwies sich zudem das Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße als robuster Risiko-Indikator.

Die neuen Resultate bestätigten einen Zusammenhang zwischen Fettzellgröße und Diabetesrisiko, der erstmals bei einem Indianerstamm in Arizona aufgefallen sei, schreiben Lönn und Kolleginnen. Die Aufklärung der zugrunde liegenden Mechanismen “könnte vielleicht zu neuen Präventions- und Behandlungsmethoden führen”, hofft die Forscherin.

Forschung: Malin Lönn, Kirsten Mehlig, Calle Bengtsson und Lauren Lissner, Wallenberg Laboratory for Cardiovascular Research und Avedeling för Samhällsmedicin och Fölkhälsa, Sahlgrenska Akademin, Göteborgs Universitet, Göteborg

Veröffentlichung FASEB Journal, DOI 10.1096/fj.09-133058

WWW:
Wallenberg Laboratory, Universität Göteborg
Diabetes heute
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