Posted in: Ernährung, Geschichte, Medizin 3. September 2009 16:00 0 Kommentare Weiter lesen →

Essen zur falschen Zeit macht dick

Messung des Bauchumfanges mit einem Maßband Wer überschüssigen Pfunden vorbeugen möchte, sollte nicht nur auf die Kalorien, sondern auch auf seine Essenszeiten achten. Die erste Bestätigung dieser verbreiteten Auffassung liefert ein kleines Experiment amerikanischer Forscher. Je nachdem, in welcher Phase ihres Tag-Nacht-Rhythmus sich Mäuse satt fressen konnten, legten sie unterschiedlich stark an Gewicht zu.

Foto: Simone van den Berg /Fotolia

Kamen die Tiere ausschließlich in der Ruhephase an Futter heran, stieg ihre Körpermasse binnen sechs Wochen um knapp 50 Prozent. Konnten sie allein in der Aktivitätsphase fressen, lag der Wert bei etwa 20 Prozent, berichten die Forscher um Fred Turek von der Northwestern University im Fachblatt “Obesity”.

Die Resultate ständen im Einklang mit früheren Studien, denen zufolge sich Ernährung, Stoffwechsel und Tag-Nacht-Rhythmus gegenseitig beeinflussen, erläutert Turek. “Wie und warum eine Person zunimmt, ist eine sehr komplexe Frage. Die Antwort umfasst eindeutig mehr als nur die Zufuhr und den Verbrauch von Kalorien.” Diese Erkenntnis sollte auch bei der Ernährungsberatung für Übergewichtige eine Rolle spielen, so der Mediziner.

Turek und Kollegen führten ihren Versuch mit 12 jungen Mäusen durch. Die Tiere wurden im Labor in einem 12-stündigen Wechsel von Licht und Dunkelheit gehalten. Nur in einer dieser Phasen kamen sie an stark fetthaltiges Futter heran. Wie viel davon sie fraßen, wurde ebenso registriert wie ihre Körpermasse, mit Infrarot-Lichtschranken wurde zudem ihre Aktivität erfasst.

Statistisch gesehen, fraßen die “Couch-Potatoes” nicht signifikant mehr und bewegten sich auch nicht weniger als ihre Artgenossen. Umso bemerkenswerter sei der Effekt der unterschiedlichen Fresszeiten, so die Forscher. Bei seinem Zustandekommen könnten mehrere Faktoren eine Rolle spielen, etwa das Auf und Ab von Körpertemperatur und Hormonspiegeln im Tagesverlauf sowie veränderte Schlafgewohnheiten.

Forschung: Deanna M. Arble und Fred W. Turek, Center for Sleep and Circadian Biology, Northwestern University, Evanston, Illinois; und andere

Veröffentlichung Obesity, 3. September 2009, DOI 10.1038/oby.2009.264

WWW:
Center for Sleep and Circadian Biology, Northwestern University
Übergewicht/Adipositas
Circadiane Rhythmen

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