Scienceticker Astro Scienceticker Umwelt
Archiv für: September, 2009

Wie Nerven Identitätskrisen vermeiden

Mikroskopaufnahme zeigt bräunlich angefärbte Nervenzellen mit dreieckigem Zellkörper und langen Ausläufern in grünlicher Matrix

Eine Art molekularer Pass sorgt dafür, dass sich die Ausläufer ein und derselben Nervenzelle möglichst aus dem Weg gehen. Welche Eigenschaften dieser Pass aufweisen muss, haben amerikanische Forscher am Beispiel der Taufliege Drosophila untersucht. Erst dann, wenn die Tiere 5.000 verschiedene Varianten eines Erkennungsproteins bilden können, verläuft die Entwicklung ihres Nervensystems völlig reibungslos.

Sex-Peptid raubt Fliegenweibchen den Schlaf

Taufliege Drosophila

Taufliegen geben sich nachmittags gern einer ausführlichen Siesta hin. Die weiblichen Exemplare verzichten allerdings auf das Nickerchen, wenn sie sich vorher mit ihren Artgenossen gepaart haben. Verantworlich ist dafür ein spezielles Sex-Peptid, entdeckten britische Forscher. Die organische Verbindung umhüllt das Taufliegen-Sperma und löst bei befruchteten Weibchen hektische Aktivitäten aus.

Elektrisches Skalpell erkennt Gewebe

Foto zeigt eine Operation, gekachelter OP-Saal mit großen Leuchten, darunter vier Menschen in blaugrünen Kitteln mit Hauben und Mundschutz, über den nicht sichtbaren Patienten gebeugt

Ein elektrisches Skalpell kann dem Chirurgen melden, durch welches Gewebe er gerade schneidet. Die entsprechende Technik haben deutsche und ungarische Forscher entwickelt. Indem laufend aus der Schnittstelle verdampfende Moleküle analysiert werden, können beispielsweise Tumoren von gesundem Gewebe unterschieden werden.

Nähe schützt Beute

Foto zeigt großen grauen Hai, aus dem tiefblauen Wasser gesprungen, am Scheitelpunkt seiner Bahn, eine Robbe im Maul, Wasserfontänen,

Indem Tiere zusammenrücken, können sie ihr Risiko reduzieren, gefressen zu werden. Den experimentellen Beleg für diesen Effekt haben zwei südafrikanische Biologen mit Hilfe von Robbenattrappen erbringen können. Diese wurden umso eher von Weißen Haien attackiert, je stärker sie von ihren Nachbarn isoliert waren.

Wie Bakterien Salat entern

Eingefärbte REM-Aufnahme zeigt zwei Bakterienzellen, noch verbunden nach der Teilung, als rote Würste auf violettem Untergrund

So mancher Magen-Darm-Infekt könnte letztlich auf die feine Nase von Bakterien zurückgehen. Israelische Forscher haben beobachtet, dass Salmonellen gezielt schmale Öffnungen der Blattoberfläche aufsuchen, um in Salatblätter einzudringen. Den Weg dorthin weisen ihnen Verbindungen, die die Pflanze durch die Spaltöffnungen ausdünstet.

Aromanebel über Champagner

Foto zeigt leicht gelblichen Champagner im Glas, viele Gasbläschen, leicht schaumige Oberfläche, Tröpfchennebel, vor dunklem Hintergrund

Champagner und Sekt verdanken ihr berühmtes Prickeln Myriaden feiner Gasbläschen. Diese Bläschen können noch mehr, haben französische und deutsche Forscher entdeckt. Indem sie in dem Getränk aufsteigen und an dessen Oberfläche zerplatzen, erzeugen sie einen wahren Aromanebel.

Guter Blick für Schlechtes

Wer andere unterschwellig beeinflussen will, sollte seine Botschaft in negative Form fassen. Diesen Schluss legen Experimente amerikanischer und englischer Psychologinnen nahe. Die Teilnehmer erkannten die “Stimmung” von kurz auf einem Bildschirm aufflackernden Wörtern besser, wenn diese negativ war.

Unter Aggregatoren

redaktionsblog-logo

Wenn Sie diese Seite lesen, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie nicht zum ersten Mal hier sind, bei rund 50 Prozent. Die Hälfte unseres Publikums besucht den Scienceticker über eigene Lesezeichen, über einen Feedreader oder einen Newsletter-Link. Mit 30-prozentiger Wahrscheinlichkeit haben Sie uns über Google angeklickt, entweder über die Suche oder über “Google News”. Mit der Schlagzeilenübersicht betreibt die Suchmaschine einen so genannten Aggregator, der fremde Inhalte sammelt, einsortiert und nach Themen geordnet wieder ausspuckt.

Wie die Aale wandern

Nahaufnahme vom Kopf eines Aals, dunkler schlangenartiger Körper

Europäische Aale beschließen ihr Leben, indem sie zur Paarung in die Sargassosee wandern. Einen Teil dieser rund 5.000 Kilometer langen Wanderung hat eine internationale Forschergruppe erstmals direkt verfolgen können. Die mit Hilfe von Satellitensendern gesammelten Daten demonstrieren, dass die Fische nicht einfach drauflosschwimmen.

Viele Krebserkrankungen durch Übergewicht

Messung des Bauchumfangs

Ein Zuviel an Körpermasse erhöht das Risiko, an Krebs zu erkranken. Wie stark sich dieser Effekt auswirkt, zeigt eine Untersuchung einer internationalen Forschergruppe. Demnach dürften allein in Europa pro Jahr mehr als 120.000 Krebserkrankungen auf Übergewicht zurückzuführen sein.



Copyright © 2011 by Stefan Jacobasch und Carsten Meinke (Impressum) | Template by Gabfire themes
Real Time Web Analytics