Gebirgsklima schützt die Gefäße
Dienstag, 28. Juli 2009, 15:32 • Rubrik Gesundheit, Medizin.
Das Reizklima im Gebirge hat einen günstigen Einfluss auf den Kreislauf und schützt so vor Herzinfarkt und Schlaganfall. Der Effekt ist von bemerkenswerter Dauerhaftigkeit, haben Zürcher Forscher zeigen können. Er lässt sich selbst noch bei Personen nachweisen, die im Gebirge geboren wurden und später in tiefer liegende Gebiete umgezogen sind.
Foto: Peter elektro via Wikimedia.org (Creative Commons Attribution Share Alike 3.0)
Die Schutzwirkung resultiere vermutlich aus der Anpassung des Körpers an die dünne, trockene Luft und die intensivere Sonneneinstrahlung in der Höhe, erklärt David Fäh von der Universität Zürich. Und offenbar spiele es eine Rolle, wie lange und in welcher Lebensphase der Organismus dem Gebirgsklima ausgesetzt sei. Was die klassischen Risikofaktoren Übergewicht, Rauchen und Bewegungsmangel betreffe, seien dagegen kaum Unterschiede zwischen den Bewohnern von Hoch- und Tieflagen feststellbar.
Bisherige Studien zu dem Einfluss der Meereshöhe hatten keine klaren oder sogar widersprüchliche Resultate geliefert. Fäh und seine Kollegen analysierten nun Daten von 1,64 Millionen Männern und Frauen, die im Rahmen des Projekts “Swiss National Cohort” zusammengetragen worden waren. Dabei setzten sie die Erkrankungsraten im Zeitraum 1990-2000 in Beziehung unter anderem mit der Meereshöhe des derzeitigen Wohnorts und des Geburtsorts.
Je 1.000 zusätzlichen Höhenmetern beim Wohnort sank das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall um 22 bzw. 12 Prozent, berichten die Forscher im Fachblatt “Circulation”. Verstärkt wurde die Schutzwirkung durch einen Umzug in höhere Lagen, ein Umzug in tiefere Lagen ging mit einem schwächeren Effekt einher. “Wer dem oft vernebelten Unterland den Rücken kehrt und in sonnige Höhen zieht, tut also nicht nur etwas für seine Seele, sondern womöglich auch für sein Herz”, formuliert Fäh.
Forschung: David Fäh, Felix Gutzwiller und Matthias Bopp, Institut für Sozial- und Präventivmedizin, Universität Zürich
Online-Veröffentlichung Circulation, 27. Juli 2009, DOI 10.1161/CIRCULATIONAHA.108.819250
WWW:
Institut für Sozial- und Präventivmedizin, Universität Zürich
Swiss National Cohort
Gebirgsklima
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