Langzeitrisiko durch rauchende Eltern
29. Juni 2009 13:52 Drucken
Wenn Eltern rauchen, riskieren sie auf lange Sicht die Gefäßgesundheit ihrer Kinder. Entsprechende Hinweise liefert eine Untersuchung, die Forscher aus Ulm und Stuttgart durchgeführt haben. Im Blut von Kindern rauchender Eltern fanden sie Anzeichen einer Entzündungsreaktion, wie sie im höheren Alter mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergeht.
Foto: Tomasz Sienicki via Wikimedia.org (Creative Commons Attribution Share Alike 3.0)
Biochemische Marker für einen gut funktionierenden Stoffwechsel waren bei diesen Kindern dagegen weniger ausgeprägt, fanden die Forscher um Gabriele Nagel und Wolfgang Koenig von der Universität Ulm. “Diese Anhäufung von negativen Veränderungen erhöht das Risiko der Kinder, vorzeitig an Arteriosklerose zu erkranken”, erläutert Koenig.
Nagel und Kollegen analysierten Blutproben von 383 Viertklässlern, die bei Routineuntersuchungen des baden-württembergischen Landesgesundheitsamtes entnommen worden waren. Die Messwerte verknüpften sie mit den Ergebnissen einer Elternbefragung.
Rauchten die Eltern mehr als zehn Zigaretten pro Tag, waren die Spiegel von Entzündungsmarkern wie dem C-reaktiven Protein oder dem Interleukin-6 im Blut der Kinder deutlich erhöht. Die Spiegel beispielsweise des appetitregulierenden Adiponektins oder des am Transport von Blutfetten beteiligten Apolipoproteins A1 waren dagegen verringert, berichten die Forscher im “European Heart Journal”. Je mehr Zigaretten die Eltern täglich rauchten, desto mehr Marker waren verändert.
“Selten leiden Viertklässler bereits unter offensichtlichen Symptomen”, so Koenig weiter. Die Resultate der jüngsten Studie belegten jedoch, dass ihr Körper sehr wohl auf den Tabakrauch reagiere. Umso wichtiger sei es, das Fortschreiten der Entzündungsreaktion und der Stoffwechselveränderungen im Laufe der Jahre zu verfolgen. “In der Kindheit werden viele Grundlagen für die spätere Gesundheit gelegt, deshalb müssen wir über so häufige Einflüsse wie das Passivrauchen mehr wissen.”
Forschung: Gabriele Nagel, Frank J. Arnold und Wolfgang Koenig, Institut für Epidemiologie, Universität Ulm, und Klinik für Innere Medizin II, Universitätsklinikum Ulm; und andere
Veröffentlichung European Heart Journal, DOI 10.1093/eurheartj/ehp180
WWW:
Institut für Epidemiologie, Uni Ulm
Klinik für Innere Medizin II, Uniklinikum Ulm
Passivrauchen
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Ich denke nicht nur an die körperlichen Folgen für Kinder rauchender Eltern. Es gibt Untersuchungen, dass Raucher anfälliger für Depressionen sind.
Eine Studie der Universitäten Navarra und Las Palmas auf Gran Canaria bescheinigen Rauchern eine 41 Prozent höhere Gefahr für eine seelische Störungen.
Und das Kinder auch unter den psychischen Problemen ihrer Eltern zu leiden haben, das muss ja nicht explizit erwähnt werden.