Posted in: Gesundheit, Medizin, Vermischtes 9. Juni 2009 12:56 Weiter lesen →

Musik gegen Schnarchen

Eine Blaskapelle Wer unter nächtlichen Atemaussetzern leidet, sollte es vielleicht mit Musik versuchen. Tagsüber, wohlgemerkt. Amerikanische Psychologen haben ermittelt, dass das Spielen von Blasinstrumenten mit einem geringeren Risiko für Schlafapnoe einhergeht. Der Grund dafür könnte in besser trainierten Atemwegsmuskeln liegen.

Foto: Andreas Winterer /Fotolia

Für diese Annahme spreche die Beobachtung, dass der Effekt offenbar einen besonders hohen Widerstand und tägliches Üben voraussetze, erläutert Christopher Ward von der University of Houston-Clear Lake. Im Rahmen der Studie sei er lediglich bei Oboisten, Fagottisten und Spielern ähnlicher Instrumente nachweisbar gewesen.

Schon vor einiger Zeit hatten Schweizer Mediziner ganz ähnliche Beobachtungen gemacht: Bei ihren Patienten verbesserte sich die Schlafatmung, nachdem diese mit dem Spielen des Didgeridoos begonnen hatten.

Ward und Kollegen analysierten die Angaben von 847 Berufsmusikern, die an einer Umfrage zum Thema Schlafqualität teilgenommen hatten. Die Forscher interessierten sich vor allem für das Risiko der Teilnehmer, eine obstruktive Schlafapnoe zu entwickeln. Dabei erschlaffen die Atemwege im Schlaf so weit, dass für einige Zeit die Atmung blockiert ist. Die Betroffenen sind tagsüber oft schläfrig und bekommen häufiger Herz-Kreislauf-Probleme.

Gemessen an ihrer Schnarchintensität und anderen Faktoren, wiesen von den 760 Instrumentalisten insgesamt 29,1 Prozent ein erhöhtes Schlafapnoerisiko auf. Der Anteil bei den 87 Dirigenten und Sängern lag bei 33,3 Prozent. Zwar war dieser Unterschied statistisch nicht belastbar, berichten die Forscher auf einer Fachtagung in Seattle. Innerhalb der ersten Gruppe fielen allerdings jene Instrumentalisten, die ein Doppelrohrblatt-Instrument spielten und das bis zu 17 Stunden pro Woche, durch ein besonders niedriges Risiko auf. Ward und Kollegen wollen dieses Phänomen nun eingehender untersuchen.

Forschung: Christopher Ward und Kaki York, General Psychology Program, School of Human Sciences and Humanities, University of Houston-Clear Lake, Houston; und andere

Präsentation auf dem 23rd Annual Meeting of the Associated Professional Sleep Societies, Sleep 2009, Seattle; #0715

WWW:
Human Sciences and Humanities, University of Houston-Clear Lake
Schlafpnoe und Schnarchen

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Alkohol stört Schlaf-Atmung
Didgeridoo hilft gegen Schnarchen


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1 Kommentar zu "Musik gegen Schnarchen"

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  1. 3vor10 | 12. Juni 2009 09:57