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Angestammtes Lachen

Donnerstag, 4. Juni 2009, 18:00 • Rubrik Anthropologie, Biologie, Kultur.

Foto zeigt jungen Orang-Utan, auf dem Rücken liegend, der von menschlichen Armen und Händen durchgekitzelt wird und Tränen zu lachen scheint Wenn sie von ihren Pflegern durchgekitzelt werden, geben Menschenaffen Laute von sich, die stark an menschliches Prusten und Japsen erinnern. Diese Ähnlichkeit dürfte nicht von ungefähr kommen, hat eine Forscherin aus Hannover ermittelt. Werden die Laute der verschiedenen Arten auf die gleiche Weise analysiert wie ihre Gene, ergeben sich praktisch identische Stammbäume.

Foto: Miriam Wessels, Tierärztliche Hochschule Hannover

Dieses Resultat spreche für einen gemeinsamen Ursprung der Lautäußerungen vor mindestens 10 bis 16 Millionen Jahren, folgert Marina Davila Ross von der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Daher erscheine es angemessen, auch im Falle der Menschenaffen von Lachen zu sprechen. “Wahrscheinlich nutzen Menschenaffen und Menschen Lachlaute auf ganz ähnliche Weise, um mit ihresgleichen zu interagieren”, so die Forscherin.

Davila Ross, mittlerweile an der Universität Portsmouth tätig, analysierte Aufnahmen von insgesamt 24 jungen Orang-Utans, Gorillas, Schimpansen, Bonobos und Menschen, die von vertrauten Personen im Spiel gekitzelt wurden. Die Forscherin betrachtete insgesamt elf akustische Merkmale – von der Länge und Gruppierung der Einzellaute über das Frequenzspektrum bis hin zur Richtung des Atemstroms.

Es zeigte sich, dass nicht nur zwischen dem Mensch und den anderen Menschenaffen, sondern auch zwischen den Affen deutliche Unterschiede bestehen. So hatten die menschlichen Laute meist einen Grundton samt zugehöriger Obertöne. Ähnliche vokale Laute gab lediglich einer der fünf Bonobos von sich, während die übrigen Tiere Laute ohne klare Grundfrequenz hören ließen.

Die Schimpansen wiederum fielen dadurch auf, dass sie häufig Laute produzierten, während sie im Wechsel Luft ausstießen und einsogen. Alle übrigen Arten “lachten” dagegen, indem sie mehrmals in Folge Luft ausstießen, teils mit erstaunlicher Ausdauer. Diese Beobachtung spreche gegen die Hypothese, die Sprechfähigkeit der Affen sei allein schon deshalb beschränkt, weil ihre Fortbewegung auf allen Vieren einen strikten Wechsel von Ein- und Ausatmen vorgebe, so Davila Ross und Kollegen.

Forschung: Marina Davila Ross und Elke Zimmermann, Center for the Study of Emotion, University of Portsmouth, und Institut für Zoologie, Tierärztliche Hochschule Hannover; Michael J. Owren, Department of Psychology, Georgia State University, Atlanta

Veröffentlichung Current Biology, Vol. 14, DOI 10.1016/j.cub.2009.05.028

WWW:
Centre for the Study of Emotion, University of Portsmouth
AG Verhaltens- und Evolutionsforschung, Tiho Hannover
- Towards the Evolution of Laughter
What’s So Funny? Well, Maybe Nothing

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