Fitness beeinflusst Wahrnehmung
29. Mai 2009 15:39 Drucken
Der Zustand des Körpers hat Einfluss darauf, wie Menschen ihre Umgebung wahrnehmen. Das zeigen Versuche, die amerikanische Psychologen mit 50 Freiwilligen durchgeführt haben. Je besser trainiert diese waren, desto näher ließen sie eine Schallquelle an sich herankommen.
Foto: 3268zauber via Wikimedia.org (Creative Commons Attribution Share Alike 3.0)
“Es ist eine gute Sache, etwas zu früh zu reagieren”, erklärt John Neuhoff vom College of Wooster, “und aus Sicht der Evolution kostet es auch nicht viel.” Nach Ansicht des Forschers spiegeln die Resultate daher das Wirken eines angeborenen Mechanismus wider, der den persönlichen Sicherheitsrahmen in Abhängigkeit von der körperlichen Leistungsfähigkeit steckt.
Neuhoff und zwei Kolleginnen führten ihre Versuche mit Erwachsenen durch, deren körperliche Fitness sie anhand der Griffstärke und der Erholung des Pulses nach einem kurzen Marsch einschätzten. Dann spielten sie ihnen einen Ton vor, der sich rasch zu nähern schien.
Die Versuchsteilnehmer sollten einen Knopf drücken, sobald sie meinten, die Schallquelle befinde sich direkt vor ihrer Nase. Trotz mehrerer Wiederholungen mit Rückmeldung reagierten praktisch alle Teilnehmer zu früh und drückten bereits, wenn der Ton noch 1,5 bis 8 Meter von ihnen entfernt war. Die “Fluchtdistanz” war umso kleiner, je besser der jeweilige Teilnehmer in Form war, berichteten die Forscher kürzlich auf einer Fachtagung.
Bei einer sich entfernenden Schallquelle sei dagegen keine solche Verzerrung der Wahrnehmung festzustellen, so Neuhoff weiter. Ganz ähnliche Resultate hätten Versuche mit Rhesusaffen ergeben.
Forschung: John G. Neuhoff, Katherine L. Long und Rebecca C. Worthington, Department of Psychology, College of Wooster, Wooster, Ohio
Präsentation auf dem 157th Meeting of the Acoustical Society of America, Portland; #4aPP4
WWW:
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