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Stadtratten haben Sinn für Bewährtes

Mittwoch, 27. Mai 2009, 16:38 • Rubrik Genetik, Soziales.

Foto zeigt Ratte mit bräunlichem Fell auf einem Gullideckel Nicht nur menschliche Großstädter, auch Ratten haben ein besonderes Verhältnis zu ihrem Stadtteil. Diesen Schluss legen Untersuchungen nahe, die eine amerikanische Forscherin in Baltimore angestellt hat. Die meisten Wanderratten scheinen zeitlebens in einem Wohnblock zu bleiben, während einige Herumtreiber den Genfluss zwischen den Stadtteilen aufrechterhalten.

Foto: HTO via Wikimedia.org

Diese Kombination von Ortstreue und Flexibilität könnte die große Beharrlichkeit der Wanderratte verstehen helfen, glauben Lynne Gardner-Santana und ihre Kollegen von der Johns Hopkins University. Allen Bekämpfungsmaßnahmen zum Trotz, sei der Rattenbestand Baltimores in den letzten 50 Jahren in etwa konstant geblieben – wohl nicht zuletzt aufgrund der raschen Wiederbesiedlung bewährter Wohngegenden.

Ursprünglich in Zentralasien beheimatet, hat sich die Wanderratte (Rattus norvegicus) im Gefolge des Menschen über den gesamten Globus ausgebreitet und dabei ihre etwas kleinere Verwandte, die Hausratte, verdrängt. In Baltimore tauchten die Tiere in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf, als die Stadt ein wichtiger Getreidehafen der nordamerikanischen Kolonien war.

Um mehr über die Großstadtnager zu erfahren, stellten Gardner-Santana und ihre Kollegen Lebendfallen in 11 Gegenden Baltimores auf und fingen jeweils 20 bis 30 Ratten. Anhand von acht variablen Erbgutregionen versuchten sie dann, die Verwandtschaftsverhältnisse der Tiere zu bestimmen.

Wie die Forscher im Fachblatt “Molecular Ecology” berichten, konnten 95 Prozent der Ratten anhand ihres genetischen Fingerabdrucks dem jeweiligen Stadtteil zugeordnet werden. Der Aktionsradius der meisten Tiere scheint sogar weniger als 70 Meter zu betragen. Einige Streuner wurden allerdings bis zu 11 Kilometer von dem Stadtteil entfernt gefangen, in dem sie vermutlich zur Welt gekommen waren.

Forschung: L. C. Gardner-Santana, Douglas E. Norris und Gregory E. Glass, Department of Molecular Microbiology and Immunity, Bloomberg School of Public Health, Johns Hopkins University, Baltimore, Maryland; und andere

Veröffentlichung Molecular Ecology, DOI 10.1111/j.1365-294X.2009.04232.x

WWW:
Homepage Lynne Garnder-Santana
Molecular Microbiology and Immunology, Johns Hopkins University
Wanderratte

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1 Kommentar for “Stadtratten haben Sinn für Bewährtes”

  1. (Trackback) Transgene Affen, Weiße Städte für den Klimaschutz, Ratten mit Heimatgefühl…

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