Posted in: Psychologie 12. Mai 2009 19:43 Weiter lesen →

Bewegung inspiriert

Foto zeigt lachenden, dunkelhaarigen Mann mit Bart vor einem Computerbildschirm Etwas Bewegung kann dem Hirn auf die Sprünge helfen, belegt ein Experiment amerikanischer Psychologen. Schwangen die Teilnehmer ihre Arme vor und zurück, kamen sie leichter auf die Idee, wie sie zwei von der Zimmerdecke hängende Schnüre zusammenbringen konnten.

Foto: L. Brian Stauffer/University of Illinois at Urbana-Champaign

„Mit anderen Worten: Indem wir die Körperbewegungen von Personen lenken, lenken wir auch ihre Denkprozesse“, erklärt Alejandro Lleras von der University of Illinois at Urbana-Champaign. Und selbst den erfolgreichen Grüblern sei kaum in den Sinn gekommen, ihr Geistesblitz könnte mit ihren Bewegungen zu tun haben.

Lleras und seine Kollegin Laura Thomas von der Vanderbilt University führten ihr Experiment mit 52 Studierenden durch. Diese wurden in einen Raum geführt, in dem zwei Schnüre von der Decke hingen und in dem Gegenstände wie ein Buch, kleine Hanteln und ein Schraubschlüssel auf einem Tisch lagen. Die Aufgabe lautete, die beiden Schnüre zu verknüpfen. Allerdings hingen diese zu weit auseinander, als dass die Teilnehmer sie gleichzeitig hätten ergreifen können.

Während die Versuchsteilnehmer grübelten, wurden sie unter einem Vorwand immer wieder zu kurzen Übungen aufgefordert. Einige mussten ihre Arme seitlich ausstrecken und wieder anwinkeln, die anderen mussten ihre Arme nach vorne und nach hinten schwingen. Von ersteren lösten 62 Prozent das Problem innerhalb der erlaubten Zeit, von letzteren fanden 85 Prozent die Lösung: einen Gegenstand am Ende eines Seils zu befestigen und dieses wie ein Pendel schwingen zu lassen, um den Abstand zum anderen Seil zu verkürzen.

„Die meisten Leute glauben, dass ihr Geist in ihrem Hirn sitzt und sich, völlig losgelöst vom Körper, mit abstrakten Konzepten beschäftigt“, so Lleras weiter. Die neuen Resultate belegten, dass die Vorstellung von einer strikten Trennung falsch sei. „Die Art und Weise, wie man denkt, wird durch den Körper beeinflusst. Tatsächlich kann man den Körper nutzen, um das Denken zu unterstützen.“

Forschung: Laura E. Thomas, Department of Psychology, Vanderbilt University, Nashville, Tennessee, und Alejandro Lleras, Department of Psychology, University of Illinois at Urbana-Champaign, Champaign

Veröffentlichung Psychonomic Bulletin & Review (in press)

WWW:
Vision Lab, Alejandro Lleras
Laura Thomas, Vanderbilt University
The Two String Problem

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  1. 3vor10 | 13. Mai 2009 10:11