Posted in: Gesundheit, Medizin 29. April 2009 13:11 Weiter lesen →

Wie Rauchen zu Atemnot führt

fotolia_hand-mit-zigarette_300 Ein wichtiges Glied in der Kette zwischen Rauchen und Atemnot haben Freiburger Medizinerinnen identifiziert. Ihre Untersuchungen zeigen, dass Abwehrzellen im Lungengewebe von Rauchern ein Signalprotein ausschütten, das weitere Abwehrzellen auf den Plan ruft. Damit kann es einen folgenschweren Entzündungsprozess auslösen, der letztlich zur Vernarbung der Lunge führt.

Foto: Foto: Gabriela Wejat-Zaretzke /Fotolia

„Wir haben herausgefunden, dass Patienten mit Zigarettenrauch-bedingten Lungenkrankheiten über einen hohen Osteopontinspiegel verfügen, während das Niveau bei gesunden Rauchern geringer war und Nichtraucher gar kein Osteopontin produzierten“, erklärt Antje Prasse vom Universitätsklinikum Freiburg. Das Protein Osteopontin spielt unter anderem bei der Wundheilung und dem Umbau von Knochengewebe eine Rolle, aber auch bei der Aktivierung des Immunsystems.

Weltweit konsumieren schätzungsweise eine Milliarde Menschen Tabakprodukte. Zu den möglichen Folgen zählen neben Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verschiedene Lungenkrankheiten. Prasse und Kolleginnen vor Ort, in Ulm sowie in Kanada und Italien konzentrierten sich auf die Gruppe der diffusen parenchymatösen Lungenerkrankungen, bei denen Immunzellen in die Lunge einwandern und in der Folge hauchdünnes, elastisches Lungengewebe durch starres Bindegewebe ersetzt wird.

Die Forscherinnen untersuchten 41 rauchende Patienten mit solchen Krankheiten, 13 gesunde Raucher sowie 19 Nichtraucher. Wie sie im „American Journal of Pathology“ berichten, konnten sie Fresszellen aus den Lungenbläschen von Rauchern allein durch Gabe von Nikotin zur verstärkten Ausschüttung von Osteopontin anregen. Und kurbelten sie die Produktion des Proteins in den Lungen von Ratten an, kam es darin zur Einwanderung von Abwehrzellen und zu ähnlichen Gewebsschädigungen wie bei menschlichen Patienten.

Forschung: Antje Prasse und Mirjam Stahl, Abteilung Pneumologie, Universitätsklinikum Freiburg; Guido Schulz und Johannes M. Weiss, Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Ulm; und andere

Veröffentlichung American Journal of Pathology, Vol. 174, pp 1683-91, DOI 10.2353/ajpath.2009.080689

WWW:
Pneumologie, Uniklinikum Freiburg
Diffuse parenchymatöse Lungenerkrankungen
Osteopontin
Tabakrauch

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