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Sonar stört Wal-Gehör

Mittwoch, 8. April 2009, 1:01 • Rubrik Biologie, Klima, Umwelt, Technik.

Unterwasseraufnahme zeigt einen großen Delfin mit ausgeprägtem 'Schnabel', der seinen Kopf durch einen Ring gesteckt hat und einen verkabelten Saugnapf auf der Haut trägt Die Schallimpulse von militärischen Sonargeräten können das Gehör von Walen beeinträchtigen. Das zeigen Versuche, die amerikanische Meeresbiologen mit einem Delfin durchgeführt haben. Der Effekt stellte sich allerdings erst nach mehreren Impulsen mit sehr hohen Schalldrücken ein und war vorübergehender Natur.

Ab welcher Lautstärke der Große Tümmler den Testton wahrnimmt, wird mit einer per Saugnapf befestigten Hautelektrode ermittelt. Foto: T. Aran Mooney

Im Meer müsste ein Wal auf weniger als einhundert Meter an ein Kriegsschiff heranschwimmen und dürfte auch bei Einsetzen der Signale nicht auf Distanz gehen, um eine solche Beeinträchtigung zu erfahren, schreiben Aran Mooney von der University of Hawaii und seine Kollegen im Fachblatt “Biology Letters”. Ein solches Verhalten sei eher unwahrscheinlich.

In der Vergangenheit waren mehrfach Walstrandungen in zeitlicher und räumlicher Nähe zu Sonarübungen der Marine beobachtet worden. Viele Meeresforscher sind überzeugt, dass die starken Impulse des aktiven Sonars die Wale und ihr hochentwickeltes Gehör direkt schädigen oder eine potenziell gefährliche Verhaltensänderung auslösen können. Diese Hypothesen seien aber niemals unter kontrollierten Bedingungen überprüft worden, so Mooney und Kollegen.

Die Forscher führten ihre Versuche mit einem Großen Tümmler durch, der in Gefangenschaft geboren und bereits früher Lärm ausgesetzt worden war. Sobald der Delfin seinen Kopf unter Wasser in einen Ring steckte, spielten ihm die Forscher die Aufnahme eines Militärsonars mit einer Grundfrequenz um drei Kilohertz vor. Danach bestimmten sie die Hörschwelle des Tieres. Dazu spielten sie ihm einen allmählich lauter werdenden Ton vor, bis eine auf der Haut befestigte Elektrode eine entsprechende Reaktion der Gehirnströme registrierte.

Erst bei einem Schalldruckpegel von 203 Dezibel (bezogen auf einen Druck von 1 Mikropascal) und einer Folge von mindestens 15 Impulsen stellten die Forscher einen Effekt fest. In solchen Fällen stieg die Hörschwelle des Tümmlers um einige Dezibel, sank binnen Minuten jedoch wieder auf den Ausgangswert. Allerdings atmete das Tier während der Tests mit den Impulsen schneller und ließ sich mehr Zeit, um in die Ausgangsstellung unter Wasser zurückzukehren. Die Beobachtungen schlössen daher nicht aus, dass Lärm und Sonar noch weitere Effekte auf Meeressäuger hätten, so Mooney und Kollegen. Diese Effekte könnten sich bereits bei niedrigeren Schalldruckpegeln einstellen.

Forschung: T. Aran Mooney, Paul E. Nachtigall und Stephanie Vlachos, Department of Zoology und Hawaii Institute of Marine Biology, University of Hawaii, Kaneohe

Veröffentlichung Biology Letters, DOI 10.1098/rsbl.2009.0099; Journal of the Acoustical Society of America, Vol. 125(3), pp 1816-26, DOI 10.1121/1.3068456

WWW:
Aran Mooney, jetzt Woods Hole Oceanographic Institution
Hawaii Institute of Marine Biology
Beached Whale

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1 Kommentar for “Sonar stört Wal-Gehör”

  1. Eva

    Armes Tier. Das sagt einem doch der normale Verstand, daß es so ist, da muß man doch keinen Delphin quälen.

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