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Schein-Infarkt bei Marathonläufern

Freitag, 30. Januar 2009, 20:54 • Rubrik Medizin, Sport.

Foto zeigt Blick über einen Läufer-Bandwurm zwischen Parkanlagen, der sich bis zum Horizont ziehtAusdauersportler weisen mitunter Blutwerte auf, die Ärzte sonst nur bei Notfallpatienten zu sehen bekommen. Das haben australische Mediziner im Rahmen einer Studie mit Marathonläufern ermittelt. Deren Blut enthielt nach dem Zieleinlauf Konzentrationen eines Muskelproteins, wie sie typisch für einen Herzinfarkt sind.

Foto: Thomas Netsch via Wikimedia.org

Für die Läufer hätten die erhöhten Spiegel des Proteins Troponin allerdings kein Problem bedeutet, erklärt Daniel Fatovich von der University of Western Australia in Perth. “Offenbar ist es bei gesunden und sportlich aktiven Menschen nicht ungewöhnlich, dass der Herzmuskel nach einer verstärkten Beanspruchung Troponin freisetzt.”

Fatovich und Kollegen führten ihre Studie im Rahmen des Perth-Marathons 2007 durch. Kurz vor dem Start und nach dem Zieleinlauf wurde 92 Läufern Blut abgenommen und analysiert. Waren die Werte anfangs unauffällig, wies im Ziel jeder dritte Läufer einen Troponin-I-Spiegel auf, der bei weniger als 1 Prozent der gesunden Bevölkerung gemessen wird. Ärzten signalisiert das Überschreiten dieser Schwelle normalerweise eine Schädigung der Herzmuskelzellen.

Ähnliche Werte waren bereits nach dem Boston-Marathon im Jahr 2002 gemessen worden. Die australischen Mediziner glauben nun, das Phänomen zumindest teilweise erklären zu können. Stark erhöhte Troponinspiegel fanden sie vor allem bei solchen Läufern, die während des Marathons besonders viel Gewicht verloren hatten – im Extremfall fünf Kilogramm – und deren Kreatininspiegel stark gestiegen war. Ebenso wie Troponin, werde Kreatinin im Normalfall rasch über die Nieren ausgeschieden, erläutert Fatovich. Daher liege die Vermutung nahe, dass einige Teilnehmer nicht ausreichend getrunken und so ihren Nieren die Arbeit erschwert hätten.

Forschung: Kelley M. Hubble, Daniel M. Fatovich, Jonathan M. Grasko und Samuel D. Vasikaran, Royal Perth Hospital, und Department of Emergency Medicine und School of Pathology and Laboratory Medicine, University of Western Australia, Perth

Veröffentlichung Medical Journal of Australia, Vol. 190(2), pp 91-3

WWW:
Emergency Medicine, University of Western Australia
Royal Perth Hospital
Kardiales Troponin

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