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Reichlich Erd-Gas

Donnerstag, 22. Januar 2009, 20:00 • Rubrik Chemie, Geologie.

Foto zeigt blubbernde, spritzende Schlammansammlung Nicht nur das Wirtschaften des Menschen und der Stoffwechsel der irdischen Organismen, auch die Erde selbst setzt laufend große Mengen flüchtiger Kohlenwasserstoffe frei. Entsprechende Schätzwerte präsentieren zwei italienische Forscher im Magazin “Science”. Aus unterirdischen Reservoiren treten demnach Jahr für Jahr einige Millionen Tonnen Ethan und Propan aus.

Schlammvulkane zählen zu den bislang vernachlässigten Quellen atmosphärischen Ethans und Propans. Foto: Courtesy of G. Etiope, INGV

Erst dieser geologische Beitrag mache die Konzentrationen der leichtflüchtigen Gase in der Atmosphäre nachvollziehbar, schreiben Giuseppe Etiope vom Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia in Rom und sein Kollege Paolo Ciccioli vom Istituto di Metodologie Chimiche. Bislang habe man Gasaustritte aus dem Erdreich für eher unbedeutend gehalten, obgleich sie mindestens ein Sechstel der gesamten Emissionen ausmachen dürften.

Frühere Schätzungen bezifferten die weltweiten Emissionen von Ethan und Propan – etwa aus der Öl- und Gasförderung, aus Reisanbau, Viehhaltung und Waldbränden – auf je rund 9,5 Megatonnen pro Jahr. Berücksichtigt man den Abbau der Verbindungen und den Verlust an den Weltraum, sollten die Werte allerdings um 15 Megatonnen pro Jahr liegen. Die Differenz erklärt sich durch die mehr als 10.000 bekannten und unbekannten natürlichen Gasaustritte, sind Etiope und Ciccioli überzeugt.

Die beiden Geowissenschaftler analysierten Daten über den Methan-, Ethan- und Propangehalt in den Ausgasungen von 238 Schlammvulkanen und Geysiren, Vulkanen, Gasaustritten am Meeresboden und weiteren Quellen. Anhand der beobachteten Mengenverhältnisse und der vergleichsweise gut bekannten Methan-Emissionsraten überschlugen sie dann die Emissionsraten für Ethan und Propan. Diese könnten bis zu 4 bzw. 2,5 Megatonnen pro Jahr betragen und damit die Lücke zwischen den bisherigen Schätzungen und den theoretisch erforderlichen Werten schließen, so die Forscher.

Forschung: Giuseppe Etiope, Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia, Rom, und Paolo Ciccioli, Istituto di Metodologie Chimiche, CNR, Monterotondo Scalo

Veröffentlichung Science, Vol. 323, 23. Januar 2009, p 478, DOI 10.1126/science.1165904

WWW:
Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia
Istituto di Metodologie Chimiche, CNR
Oil & Gas Seeps
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Aufbau der Atmosphäre

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