Posted in: Astronomie, Geologie 8. Januar 2009 13:02 Weiter lesen →

Rollende Steine im Wind

Weitwinkelaufnahme von mit Steinen regelmäßig bedecktem Terrain, gekrümmtem Horizont, flankiert von zwei Rädern Nicht nur in irdischen Wüsten, auch auf dem trockenen Mars sind die Steine mitunter sehr regelmäßig über den Boden verteilt. Wie es dazu kommt, glauben kanadische und amerikanische Geowissenschaftler erklären zu können. Indem der Wind den Sand bewegt, auf dem die Steine ruhen, rücken diese allmählich auseinander.

Auch auf dem windgepeitschten Mars, hier eine Aufnahme des Rovers Spirit, sind kleinere Steine mitunter sehr regelmäßig verteilt. Foto: NASA/JPL

Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA habe dagegen spekuliert, der Wind greife an den Steinen selbst an und drücke diese in einen gleichmäßigen Abstand. Gerade in der dünnen Luft des Mars sei ein solcher Mechanismus jedoch wenig effektiv, erklärt Andrew Leier von der University of Calgary: „Um Steine vor sich her schieben zu können, müsste der Wind dort mit Geschwindigkeiten in einer Größenordnung von 8.000 Kilometern pro Stunde wehen.“

Bei der Untersuchung irdischer Dünen war Leier und seinen Kollegen aufgefallen, dass die Steine an der Sandoberfläche scheinbar auf Abstand zueinander gehen. Eine ähnlich regelmäßige Verteilung zeigen Fotos, die der Marsrover Spirit aufgenommen hat. Um mehr über dieses Phänomen zu erfahren, führten die Forscher Experimente im Windkanal sowie Modellrechnungen durch. Die Resultate präsentieren sie im Fachblatt „Geology“.

Demnach bewegen sich die Steine häufig sogar gegen den Wind. Dieser reißt nämlich unmittelbar vor ihnen, auf der Luvseite, besonders viele Sandkörnchen mit sich. Irgendwann purzeln die Steine in die so entstehende Vertiefung und der Prozess beginnt erneut. Im Windschatten der Steine, leeseits, wird dagegen Sand abgelagert und bildet eine Art Rampe, die benachbarte Steine auf Abstand hält.

Forschung: Jon D. Pelletier, Department of Geosciences, University of Arizona, Tucson; Andrew L. Leier, Department of Geoscience, University of Calgary, und James R. Steidtmann, Department of Geology & Geophysics, University of Wyoming, Laramie

Veröffentlichung Geology, Vol. 37(1), pp 55-8

WWW:
Andrew Leier, University of Calgary
Jon Pelletier, University of Arizona
Deserts and Winds
Mars

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