Entlarvendes Abwasser
15. Dezember 2008 17:37 Drucken
Amerikanische Chemikerinnen haben eine Analysetechnik entwickelt, mit der sich im Handumdrehen der Drogenkonsum ganzer Städte messen lässt. Eine Abwasserprobe aus dem Zulauf zur städtischen Kläranlage kann damit nach minimaler Vorbereitung auf Drogen, Arzneimittel und die zugehörigen Stoffwechselprodukte untersucht werden.
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Die Konzentration dieser Moleküle erlauben wiederum Rückschlüsse auf die Menge der eingenommenen Drogen und Medikamente, berichten die Forscherinnen um Jennifer Field von der Oregon State University im Fachblatt “Environmental Science & Technology”. Und selbst der Pro-Kopf-Konsum lässt sich abschätzen, wenn man zusätzlich die Konzentration einer Verbindung misst, die fortwährend mit dem Urin ausgeschieden wird, beispielsweise das Kreatinin aus dem Muskelstoffwechsel.
Zwar waren Abwasser und Flusswasser bereits früher auf Drogen untersucht worden. Die Proben mussten dazu allerdings mit großem Aufwand von störenden Substanzen befreit werden, bevor die eigentliche Messung durchgeführt werden konnte. Field und Kolleginnen begnügen sich jedoch damit, das Wasser durch Zentrifugieren von Schwebeteilchen zu befreien. Dann spritzen sie die Probe in einen Gaschromatographen mit angekoppeltem Massenspektrometer.
Um ihre Methode zu testen, ließen sich die Chemikerinnen Abwasserproben aus sieben Klärwerken in verschiedenen Städten der USA schicken. Die mehrmalige Wiederholung der Messungen ergab, dass die Methode zuverlässig arbeitet – und dass nordamerikanische Abwässer deutlich mehr Methamphetamin enthalten als europäische, wie sie im Rahmen früherer Studien untersucht worden waren. Was den Konsum von weiteren Aufputschmitteln, Kokain sowie verschreibungspflichtigen Opioiden angeht, scheint es keine nennenswerten Unterschiede zwischen amerikanischen und europäischen Städten zu geben.
Forschung: Aurea C. Chiaia und Jennifer A. Field, Department of Chemistry und Department of Environmental Toxicology, Oregon State University, Corvallis; Caleb Banta-Green, Alcohol and Drug Abuse Institute, University of Washington, Seattle
Veröffentlichung Environmental Science & Technology, Vol. 42(23), pp 8841-8, DOI 10.1021/es802309v
WWW:
Environmental & Molecular Toxicology, Oregon State University
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