Häufig Softdrinks, weiche Knochen
8. Dezember 2008 18:33 Drucken
Jugendliche, die häufig Softdrinks trinken, haben weniger mineralhaltige und damit weniger stabile Knochen als Gleichaltrige. Das haben Dortmunder Forscher anhand der Daten von 229 Kindern und Heranwachsenden ermittelt. Eine Folge könnte ein erhöhtes Risiko für Osteoporose im Erwachsenenalter sein.
Foto: Klaus Eppele /Fotolia
Die Grundlagen des Zusammenhangs zwischen Softdrinkkonsum und Knochenfestigkeit seien allerdings noch unklar, betont Thomas Remer von dem zur Universität Bonn gehörenden Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund. Zumindest bei koffeinhaltigen Limonaden sei ein direkter Effekt auf den Knochenstoffwechsel nachweisbar. Daneben trete noch ein indirekter Effekt auf, der möglicherweise auf eine generell unausgewogene Ernährung zurückgehe.
Remer und Kollegen analysierten Daten aus der DONALD-Studie (Dortmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed Study), einer seit 1985 laufenden Studie zur Ernährung und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Zusätzlich zur Erfassung der Ernährungsgewohnheiten war bei einigen Probanden per Computertomographie der Mineralgehalt der Speiche bestimmt worden.
Frühere Studien hatten vermuten lassen, dass Softdrinks die Knochen schwächen könnten, indem sie Milch als Getränk ersetzen. “Wir konnten allerdings keinen spezifischen Zusammenhang zwischen Milchkonsum und Knochenmineralgehalt feststellen”, betont Remers Kollege Lars Libuda. Eine alternative Erklärung sei, dass ein hoher Konsum von Limonaden und ähnlichen Getränken eine insgesamt kohlenhydratreiche, aber proteinarme Kost widerspiegle.
Unabhängig von den genauen Wirkmechanismen, könnten die gesundheitlichen Konsequenzen gravierend sein, warnt Libuda. “Mit dem, was wir in jungen Jahren essen und trinken, bestimmen wir bis ins hohe Alter die Stabilität unserer Knochen mit. Eine gesunde Ernährung in der Jugend ist daher die beste Osteoporosevorbeugung.”
Forschung: Frank Libuda, Thomas Remer und Mathilde Kersting, Forschungsinstitut für Kinderernährung, Dortmund; und andere
Veröffentlichung American Journal of Clinical Nutrition, DOI 10.3945/ajcn.2008.26414
WWW:
Forschungsinstitut für Kinderernährung, Dortmund
Osteoporose und Ernährung
Bone Development and Structure
Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Zahnschutz für Softdrinks
Verzicht auf Milch begünstigt Knochenbrüche




Tweet
Kommentare und Trackbacks