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Radarkontrolle im Kinderbett

Mittwoch, 3. Dezember 2008, 13:00 • Rubrik Technik.

Foto zeigt schlafendes Baby Per Radar lassen sich nicht nur Flugzeuge und Temposünder aufspüren. Amerikanische Ingenieure wollen die Technik künftig auch zur Vermeidung des plötzlichen Kindstods einsetzen. Das von ihnen entwickelte Dopplerradar überwacht berührungslos die Atembewegungen des Säuglings und schlägt gegebenenfalls Alarm.

Foto: Palnatoke (Gnu FDL)

Die von dem Gerät ausgesandte Strahlung sei so schwach, dass sie für Kind und Eltern keinerlei Gefahr darstelle, betont Jenshan Lin von der University of Florida. Während beispielsweise ein typisches Mobiltelefon eine Leistung von 1 Watt abstrahle, komme das Baby-Radar mit einem Zehntausendstel Watt aus.

Der von Lin und mehreren Studenten entwickelte Prototyp besteht aus zwei Geräten. Das eine wird am Bett des Kindes angebracht, sendet Radiowellen aus und empfängt die reflektierte Strahlung. Deren Wellenlänge wird kürzer und wieder länger, indem sich der Brustkorb des Kindes hebt und senkt. Das Bettgerät registriert diesen Dopplereffekt und ignoriert gleichzeitig Signale, die auf Schlafbewegungen des Kindes zurückgehen. Setzt der regelmäßige Rhythmus aus, setzt es per Funk eine Meldung an ein zweites, tragbares Gerät ab.

Der gleiche Dopplereffekt werde auch in Radarfallen genutzt, erläutert Lin. “In unserem Fall messen wir jedoch keine konstante Geschwindigkeit, sondern eine sich laufend umkehrende Bewegung.” Nach dem gleichen Prinzip könnte grundsätzlich auch der Herzschlag des Kindes überwacht werden, so der Forscher. Dazu müssten allerdings die Wellenlänge der Strahlung verkürzt und die Algorithmen zur Filterung des Signals verfeinert werden.

Forschung: Changzhi Li und Jenshan Lin, Department of Electrical and Computer Engineering, University of Florida, Gainesville; und andere

Veröffentlichung IEEE Transactions on Microwave Theory and Techniques, Dezember 2008, DOI 10.1109/TMTT.2008.2007139, und IEEE Microwave Magazine, Februar 2009

WWW:
Radio Frequency Circuits and Systems Research Group, Jenshan Lin
Plötzlicher Säuglingstod (SIDS)
Dopplereffekt

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