Bauchfett beeinflusst Risiko für Prostatakrebs

18. November 2008 15:40 Drucken

Die Verteilung der Fettreserven im Körper beeinflusst das Risiko für mehrere Erkrankungen. Dazu zählt auch der Prostatakrebs, legen Beobachtungen im Rahmen einer europäischen Langzeitstudie nahe. Gerade bei insgesamt eher schlanken Männern wird demnach umso eher fortgeschrittener Prostatakrebs festgestellt, je runder der Bauch ist.

Foto: Simone van den Berg /Fotolia

Männer, bei denen der Taillenumfang mindestens so groß ist wie der Hüftumfang, weisen ein 43 Prozent höheres Risiko auf als Altersgenossen mit einer ausgeprägteren “Wespentaille”, fanden Tobias Pischon vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke und seine Kollegen. Auf welche Weise der Zusammenhang zwischen Bauchfett und Prostatakrebs zustande komme, ist allerdings noch unklar.

Prostatakrebs ist bei europäischen Männern die am häufigsten diagnostizierte Krebsart. Über die Ursachen ist allerdings vergleichsweise wenig bekannt. Pischon und Kollegen analysierten nun Daten von 129.502 Teilnehmern der europäischen EPIC-Studie. Bei 2.446 dieser Männer wurde in einem mittleren Beobachtungszeitraum von 8,5 Jahren Prostatakrebs festgestellt.

Es zeigte sich, dass das Risiko für fortgeschrittenen Prostatakrebs mit dem Taillenumfang und mit dem Verhältnis von Taillen- zu Hüftumfang stieg. Besonders ausgeprägt war dieser Zusammenhang bei Männern mit einem relativ niedrigen Body-Mass-Index, berichten die Forscher im Fachblatt “Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention”.

“Wir wissen derzeit nur wenig über die kausalen Zusammenhänge”, erklärt Pischons Institutskollege Heiner Boeing. Eine Theorie gehe davon aus, dass das Bauchfett den männlichen Hormonhaushalt und über die Spiegel der Androgene auch das Wachstum der Prostata beeinflusse. Neben den männlichen Geschlechtshormonen könnten allerdings auch andere Botenstoffe zu dem beobachteten Zusammenhang beitragen.

Forschung: Tobias Pischon, Heiner Boeing und Steffen Weikert, Abteilung Epidemiologie, Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke, Nuthetal, und Urologische Klinik, Charité, Berlin; Elio Riboli, Department of Epidemiology and Public Health, Imperial College London; und andere

Veröffentlichung Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention, Vol. 17, pp 3252-61, DOI 10.1158/1055-9965.EPI-08-0609

WWW:
Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke
EPIC
Prostatakrebs
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