Kurzmeldungen am Freitag, 31.10.2008
Freitag, 31. Oktober 2008, 16:05 • Rubrik Kurzmeldungen.
Junge Schreiadler finden nur schwer den richtigen Weg ins Winterquartier. Die Produktion flacher LCD-Fernseher wird zum Klimaproblem. Und: Heute vor 51 Jahren.
Foto: Deutsche Wildtierstiftung / E. Hoyer
Nordeuropas Schreiadler fliegen bevorzugt über Land in ihr Winterquartier ins südliche Afrika. Bei Jungvögeln ist diese Route aber offenbar nicht “vorprogrammiert”, lassen Beobachtungen eines Schutzprojektes der Deutschen Wildtier Stiftung vermuten. Biologen verfolgen im Rahmen des Projektes 6 Alttiere und 16 Jungvögel, die mit GPS-Sendern versehen wurden. Dabei stellten sie überrascht fest, dass ein Jungvogel von Kreta aus über das Mittelmeer nach Nordafrika flog. Bisher ging man davon aus, dass Schreiadler die Thermik nutzen und deshalb ausschließlich über Land fliegen und den Flug über das offene Meer meiden.
Ihre Unerfahrenheit wird den meisten Jungvögeln zum Verhängnis: “70 bis 80 Prozent der jungen Schreiadler überleben ihre erste Reise nach Afrika nicht”, sagt Projektkoordinatorin Margit Meergans. Ein Vogel sei bereits vor Malta ertrunken, einer in Tschechien mit einem Auto kollidiert, einer in der Ukraine gegen einen Hochspannungsmast geflogen und einer sei über dem Sinai verschollen. Ein weiteres Exemplar fanden Forscher entkräftet in Turin. Der Vogel litt unter Parasitenbefall und musste eine Weile zwangsernährt werden, konnte aber inzwischen seinen Flug nach Afrika fortsetzen. Die routinierten Altvögel haben den gefährlichsten Teil der 10.000 Kilometer langen Reise dagegen schon überstanden. Einer befindet sich jetzt über Sambia, die anderen haben es bis weit in den Sudan geschafft. (Die Deutsche Wildtier Stiftung zeigt über eine Sonderseite zu den Zugwegen die Flugroute per Google Maps.)
Der Trend zum flachen LCD-Fernseher sorgt für einen gesteigerten Ausstoß von Treibhausgasen. Wie der “New Scientist” berichtet, fällt derzeit der Ausstoß von Stickstofftrifluorid um das Vierfache höher aus als noch 2006 vorhergesagt. Stickstofftrifluorid ist 17.000 mal so reaktionsfreudig wie Kohlendioxid. Im Kyoto-Protokoll wurden 1997 aber keine Grenzwerte für den Stoff festgeschrieben, weil dessen Emissionen damals so niedrig waren. Das Stickstofftrifluorid sei der Industrie sogar noch als klimafreundliche Alternative zum Perfluorcarbon (PFC) empfohlen worden, kritisieren US-amerikanische Klimaforscher. Deren Schätzungen zufolge sind bereits über 5.400 Tonnen Stickstofftrifluorid in die Atmosphäre gelangt. Im Jahr 2006 waren nicht einmal 1.200 Tonnen prognostiziert worden. (Geophysical Research Letters / New Scientist)
Jahrestag: Heute vor 51 Jahren wurde mit dem „Atom-Ei“ in Garching bei München der erste deutsche Forschungsreaktor in Betrieb genommen. (Wikipedia)
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