Mehr Alkohol, weniger Hirn

14. Oktober 2008 12:42 Drucken

Biertrinker prosten sich zu Ein Tröpfchen in Ehren mag gut für das Herz sein, auf das Gehirn scheint es sich jedoch nicht schützend auszuwirken. Ganz im Gegenteil, haben amerikanische Medizinerinnen im Rahmen einer Studie mit 1.839 Teilnehmern ermittelt. Je mehr Alkohol diese tranken, desto niedriger war ihr Gehirnvolumen.

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Der günstige Effekt moderaten Alkoholkonsums im Hinblick auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen erstreckt sich also nicht auf das Gehirn mit seinen hohen Ansprüchen an die Blutversorgung, folgern Carol Ann Paul vom Wellesley College und ihre Kolleginnen. Dieses Resultat steht im Einklang mit der Beobachtung eines merklich reduzierten Hirnvolumens bei Alkoholikern.

Einige frühere Studien hatten vermuten lassen, dass mäßiger Alkoholkonsum unter anderem zum Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit beiträgt und das Risiko einer Alzheimer-Erkrankung senkt. Diese Studien seien allerdings an Personen mit bereits bestehenden neurologischen Erkrankungen durchgeführt worden, schreiben die Medizinerinnen im Fachblatt “Archives of Neurology”.

Paul und Kolleginnen analysierten die Daten von Männern und Frauen im Alter von 33 bis 88 Jahren, deren einzige Besonderheit es war, dass ihre Eltern in den 70er-Jahren an einer großangelegten Herz-Kreislauf-Studie teilgenommen hatten. Alle machten Angaben zu ihrem Lebenswandel und ließen ein Kernspintomogramm des Kopfes erstellen, anhand dessen die Medizinerinnen das Gehirnvolumen im Verhältnis zum Schädelvolumen bestimmten. Dieser Wert sank von durchschnittlich 78,6 Prozent bei Abstinenzlern auf 77,2 Prozent bei Teilnehmern, die pro Woche umgerechnet mehr als 14 Gläser Bier oder Wein tranken.

Ob sich dieser statistisch abgesicherte Unterschied auch äußerlich bemerkbar mache, sei derzeit noch unklar, räumen Paul und Kolleginnen ein. Offenbar gebe es aber keinen Grund, die gesundheitlichen Gefahren auch moderaten Alkoholkonsums zu ignorieren. Ungeachtet des Effekts auf die Blutgefäße, scheine das Gehirn keinesfalls zu profitieren.

Forschung: Carol Ann Paul, Rhoda Au und Lisa Fredman, Neuroscience Program, Wellesley College, Wellesley, und Departments of Neurology und Epidemiology, School of Public Health, Boston University, Boston, Massachusetts; und andere

Veröffentlichung Archives of Neurology, Vol. 65(10), pp 1363-7

WWW:
Neuroscience, Wellesley College
Framingham Heart Study
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