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Kurzmeldungen am Donnerstag, 9.10.2008

Donnerstag, 9. Oktober 2008, 18:03 • Rubrik Kurzmeldungen.

Feuchtgebiet im Donana National Park Der Doñana National Park in Spanien wird durch Abwässer aus der Landwirtschaft bedroht. Der erste deutsche Atlas zu resistenten Krankheitserregern ist erschienen. NASA-Forscher wollen Mondstaub schmelzen. Und: Heute vor 404 Jahren.

Foto: Wikipedia (GNU License)

Der Doñana National Park in Andalusien gilt als wichtigstes Feuchtgebiet Spaniens. In seinem unmittelbaren Einzugsgebiet haben Geologen jetzt im Oberflächenwasser erhöhte Nitrat- und Sulfat-Werte gemessen und Schwermetalle wie Nickel, Chrom, Kobalt und Aluminium nachgewiesen. Als Quelle haben die Forscher der Universität Huelva Dünger und Pestizide aus der Landwirtschaft ausgemacht. Die Belastung des Wassers sei seit den 1970er Jahren kontinuierlich gestiegen. Die Forscher befürchten, die Schadstoffe könnten das Naturreservat dauerhaft schädigen. Eine industrielle Landwirtschaft ziehe zwangsläufig Wasserverschmutzung nach sich, so die Forscher; im Umfeld von Naturschutzgebieten solle daher nur nachhaltiger ökologischer Landbau erlaubt werden. (Environmental Geology; Departamento de Geodinámica y Paleontología, Universidad de Huelva)

Der erste Atlas zu resistenten Krankheitserregern und Antibiotikaverbrauch für Deutschland wurde heute in Bonn vorgestellt. Das Dokument versammelt Informationen zur Resistenzhäufigkeit bakterieller Erreger und zum Verbrauch von Antibiotika in der Human- und Veterinärmedizin. Für die Veröffentlichung zeichnen das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, die Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie und das Universitätsklinikum Freiburg verantwortlich. Die Forscher betonen anlässlich der Veröffentlichung, dass jede überflüssige Antibiotikatherapie die Entwicklung von Resistenzen begünstigt. Zahlreiche bakterielle Krankheitserreger wie Staphylococcus aureus, Escherichia coli und Enterokokken sind unempfindlicher gegen Antibiotika geworden, so dass die durch sie ausgelösten Krankheiten bei Menschen wie Tieren immer schwieriger zu behandeln sind. Für zunehmende Resistenzen bei Tieren machen die Forscher besonders die Landwirte verantwortlich: Antibiotika dürften nicht verwendet werden, “um ungeeignete Haltungsformen und Mängel bei der betrieblichen Hygiene auszugleichen”. (Paul-Ehrlich-Gesellschaft)

Mondstaub ist nicht nur sehr fein, sondern auch so rau, das er Oberflächen und technische Geräte beschädigen kann. Um eine künftige Mondstation davor zu schützen, wollen NASA-Forscher vom Kennedy Space Center den Staub regelrecht schmelzen. Die nötige Technik hat ihre irdische Tauglichkeit bereits bewiesen: Eine Linse mit einem Meter Durchmesser kann Sonnenlicht so fokussieren, dass Sand auf 1350 Grad Celsius erhitzt wird und innerhalb von wenigen Minuten zu einer sechs Millimeter starken Schicht verschmilzt. Mit derartigen Linsen könnte die Mondoberfläche überall dort bearbeitet werden, wo Landeplätze und Straßen entstehen sollen, schlagen die NASA-Ingenieure vor. (New Scientist)

Jahrestag: Heute vor 404 Jahren wurde die Supernova 1604 im Sternbild Schlangenträger erstmals nachweislich beobachtet. (Wikipedia)


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