Chemie-Nobelpreis für leuchtende Sonde
Mittwoch, 8. Oktober 2008, 12:33 • Rubrik Chemie.
Den diesjährigen Nobelpreis für Chemie teilen sich ein japanischer und zwei amerikanische Forscher. Sie hatten ein grün fluoreszierendes Protein in Quallen entdeckt und zu einem leistungsfähigen Marker entwickelt, an dem die Aktivität ausgewählter Gene und das Schicksal einzelner Proteine im lebenden Organismus abgelesen werden kann.
Um die Wundheilung bei der Taufliege im Detail studieren zu können, wurden die Zellkerne mit GFP, die Zellmembranen mit einem rot fluoreszierenden Antikörper markiert. Bild: Galko MJ, Krasnow MA, PLoS Biol 2(8): e239
Dank dieser Fähigkeiten ist das Grün-fluoreszierende Protein (GFP) heute ein unverzichtbares Werkzeug in zahlreichen biologischen Disziplinen. Möglich wurde diese Entwicklung durch die Arbeiten von Osamu Shimomura vom Woods Hole Marine Biological Laboratory und der Boston University, Martin Chalfie von der Columbia University in New York sowie von Roger Tsien von der University of California, San Diego. Das Preiskomitee sprach den drei Forschern den mit 10 Millionen Schwedischen Kronen (etwa 1 Million Euro) dotierten Preis zu gleichen Teilen zu.
Shimomura gelang es Anfang der 60er-Jahre, das Protein aus einer Qualle zu isolieren und zu erklären, welche seiner Teile dafür verantwortlich sind, dass es bei Bestrahlung mit ultraviolettem Licht grün leuchtet. Chalfie demonstrierte erstmals, wie dieses Protein als molekulare Sonde eingesetzt werden kann, indem man die zugehörige DNA-Sequenz in einen Organismus einschleust. Tsien klärte den Fluoreszenzmechanismus im Detail und entwickelte auf Basis seiner Erkenntnisse Proteinvarianten, die in anderen Farben fluoreszieren.
WWW:
Osamu Shimomura
Martin Chalfie, Columbia University
Tsien Lab, UC San Diego
Green Fluorescent Protein
Möchten Sie den Beitrag bewerten?
Empfehlen Sie den Text weiter!
Drucken






Neueste Kommentare