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Ab 12 machen Fehler klug

27. September 2008 16:36

Um das 12. Lebensjahr herum entwickeln Kinder eine völlig neue Lernstrategie, demonstrieren Untersuchungen niederländischer Neurowissenschaftlerinnen. Waren die Kinder in jüngeren Jahren noch auf die Bestätigung richtigen Verhaltens angewiesen, können sie nun auch aus Fehlern lernen.

Foto: Kristian Sekulic / Fotolia

Dieser Übergang sei bereits bei Verhaltensuntersuchungen beobachtet worden, erklärt Eveline Crone von der Universität Leiden. Zur Überraschung der Forscherin und ihrer Kolleginnen spiegelte sich die unterschiedliche Lernstrategie aber auch in der Gehirnaktivität klar wider. “Wir hatten eigentlich erwartet, dass 8-Jährige ganz ähnlich funktionieren würden wie 12-Jährige, nur nicht unbedingt so effektiv.”

Crone und ihr Team führten ihre Studie mit insgesamt 55 Kindern im Alter von 8 bis 9 Jahren, Kindern zwischen 11 und 13 Jahren sowie jungen Erwachsenen durch. Alle Probanden lagen zwecks Kartierung ihrer Gehirnaktivität in der Röhre eines Kernspintomographen, während sie Regeln zu erkennen versuchten, nach denen Symbole auf einem Bildschirm erschienen. Nach jeder Antwort erhielten sie eine entsprechende Rückmeldung.

Nach Rückmeldungen über falsche Antworten sank die Fehlerquote der jüngeren Kinder langsamer als bei Erwachsenen, berichten die Forscherinnen im “Journal of Neuroscience”. Auch wurden mehrere Regionen in Stirn- und Scheitellappen des Großhirns bei ihnen nach negativen Rückmeldungen weniger stark aktiv als bei Erwachsenen. Nach positiven Rückmeldungen war es genau umgekehrt. Bei den etwas älteren Kindern zeigte sich dagegen stets eine ähnlich starke Aktivierung, unabhängig von der Art der Rückmeldung.

Verglichen mit dem Beibehalten, sei das Hinterfragen und Korrigieren des eigenen Verhaltens eine anspruchsvolle Aufgabe, so Crone. Ihrer Ansicht nach ist es eine Kombination von Erfahrung und Gehirnreifung, die Menschen um das 12. Lebensjahr zu dieser Fähigkeit verhilft. Umso wichtiger sei es, bei jüngeren Schülern angemessene Lehrmethoden anzuwenden.

Forschung: Anna C.K. van Duijenvoorde, und Eveline A. Crone, Ontwikkelings- en onderwijs-psychologie und Leiden Institute for Brain and Cognition, Universiteit Leiden; und andere

Veröffentlichung Journal of Neuroscience, Vol. 28(38), pp 9495-503, DOI 10.1523/JNEUROSCI.1485-08.2008

WWW:
Brain and Development Laboratory, Eveline Crone
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