Größte Tsunami-Findlinge gefunden
25. September 2008 19:49 Drucken
Hinterlassenschaften eines der schwersten Tsunamis, der jemals durch die Meere raste, glauben amerikanische Geowissenschaftler gefunden zu haben. Bis zu 9 Meter hohe und 1.600 Tonnen schwere Korallenblöcke auf der Hauptinsel Tongas dürften demnach von Wassermassen an Land geschleudert worden sein, die sich mehr als 40 Meter hoch auftürmten.
Einem tongaischen Mythos zufolge, wurden die Blöcke von einem Gott an Land geschleudert, um einen menschenfressenden Vogel zu töten. Foto: Matthew Hornbach
Eine ähnlich gewaltige Flutwelle sei bislang nur nach dem Ausbruch des Krakatau beschrieben worden, erläutert Matthew Hornbach von der University of Texas. Der Vulkan in der Sundastraße zwischen Java und Sumatra war im Jahr 1883 kollabiert, nachdem sich seine Magmakammer in mehreren Eruptionen entleert hatte. “Offenbar war der folgende Tsunami aber keine Ausnahmeerscheinung”, so Hornbach.
Seit dem verheerenden Tsunami des Jahres 2004, der durch ein Seebeben ausgelöst wurde und wahrscheinlich mehr als 200.000 Menschen das Leben kostete, werden die Flutwellen und die von ihnen ausgehende Gefahr besonders intensiv studiert. Im Rahmen dieser Arbeiten wird nach Spuren vergangener Tsunamis und den jeweiligen Auslösern gefahndet. Zu diesem Zweck reisten auch Hornbach und Kollegen auf die Tongainseln im Westpazifik. Die Inseln liegen nahe einer Subduktionszone, in der eine Erdplatte unter eine andere abtaucht und damit für starke geologische Aktivität sorgt.
Im Laufe ihrer Expedition fiel den Forschern eine 3 Kilometer lange Kette aus 7 Korallenblöcken auf, die im Westen der Insel Tongatapu 100 bis 400 Meter weit von der Küste entfernt in flachem Terrain liegen. Eingehende Untersuchungen ergaben, dass der Korallenkalk rund 122.000 Jahre alt ist. Gemessen an der dünnen Bodendecke auf den Findlingen und nur geringen Mengen ausgewaschenen Kalks im umgebenden Erdreich, liegen die Blöcke aber wohl erst seit wenigen Tausend Jahren an ihrer heutigen Position.
Hornbach und Kollegen stellen ihre Resultate demnächst auf einer Fachtagung in Houston vor. Ihren Modellrechnungen zufolge, dürfte der zugehörige Tsunami durch einen untermeerischen Hangrutsch oder Vulkanausbruch ausgelöst worden sein.
Forschung: Matthew J. Hornbach, Cliff Frohlich und Frederick W. Taylor, Institute for Geophysics, University of Texas, Austin
Präsentation auf dem Joint Annual Meeting of the GSA, SSSA, ASA, CSSA and GCAGS, Houston; #149-8; Zur Veröffentlichung eingereicht bei Geology
WWW:
Matthew Hornbach, University of Texas
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