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Kurzmeldungen am Dienstag, 9.9.2008

Dienstag, 9. September 2008, 17:21 • Rubrik Kurzmeldungen.

Rekonstruierte Geburt eines Neandertalers Ein vor 40.000 Jahren verstorbenes Kind aus der Mezmaiskaya-Höhle in der Krim liefert Hinweise auf die Entwicklung des Neandertaler-Gehirns. Eine Kohlenmine in Illinois beherbergt den größten fossilen Wald der Welt. In Afghanistan wurden Teile einer riesigen Buddha-Statue gefunden. Und: Heute vor 130 Jahren.

Virtuelle Rekonstruktion einer Neandertaler-Geburt (Bild: M. Ponce de León und Ch. Zollikofer, Universität Zürich)

Die Neandertaler hatten bei der Geburt ein ähnlich großes Gehirn wie wir Menschen. Es wuchs aber schneller als beim Homo sapiens und wurde auch größer. Das berichten Forscher der Universität Zürich, welche die Geburt und die Gehirnentwicklung an einem Neandertaler-Neugeborenen aus der Mezmaiskaya-Höhle in der Krim untersuchten. Das Kind verstarb vor etwa 40.000 Jahren kurz nach der Geburt und wurde sorgfältig begraben. Die Forscher rekonstruierten sein Skelett am Computer aus 141 Einzelteilen. Dabei stellten sie u.a. fest, dass das Gehirn ein Volumen von etwa 400 Kubikzentimetern hatte – in etwa das eines typischen menschlichen Neugeborenen. Vermutlich handle es sich “um ein evolutionäres Geburtslimit, das bereits beim letzten gemeinsamen Vorfahr von Mensch und Neandertaler erreicht worden war”, sagt Christoph Zollikofer vom Anthropologischen Institut der Universität Zürich; “das würde bedeuten, dass wir bereits seit 500.000 Jahren einen hohen evolutionären Preis in Form von Geburtsproblemen für unser großes Gehirn zahlen.” (Universität Zürich)

Auf fossile Wälder sind britische und US-amerikanische Forscher in einer Kohlenmine im US-Bundesstaat Illinois gestoßen. Nach einem ersten Fund in der Mine in 2007 seien jetzt weitere fünf Waldschichten identifiziert worden, berichtet die BBC. Die Spuren erstreckten sich über Tausende Hektar und bildeten den größten fossilen Fund der Welt. Vor 306 Millionen Jahren soll sich die erste Schicht des Waldes gebildet haben. Mindestens fünf weitere Schichten glauben die Forscher nachweisen zu können. Die Pflanzen sollen sich über einige Millionen Jahre hinweg abgelagert haben. Teilweise seien einst 30 Meter hohe Bäume vom Wurzelwerk bis zur Baumkrone zu erkennen. Die fossilen Spuren könnten Hinweise darauf liefern, wie sich Wald im Verlauf einer globalen Erwärmung verändert, hoffen die Forscher. (BBC News)

Teile eines Buddhas haben afghanische Archäologen entdeckt. Sie gruben den Hals und die rechte Schulter der Statue in der Nähe der ehemaligen Buddhas von Bamijan aus – jener Figuren, die von den Taliban im Jahr 2001 zerbombt wurden. Die Teile der Staue sind rund 19 Meter lang. Möglicherweise handle es sich um den so genannten “Buddha auf seinem Totenbett”, sagen die Forscher. Diese Statue soll einst 300 Meter lang gewesen sein, berichteten chinesische Pilger in historischen Überlieferungen. (Yahoo News)

Jahrestag: Heute vor 130 Jahren begann der deutsche Archäologe Carl Humann mit Ausgrabungen auf dem Burgberg von Pergamon. Bei seiner mehrjährigen Arbeit entdeckte Humann unter anderem den Pergamonaltar. (Wikipedia)


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