Kurzmeldungen am Dienstag, 2.9.2008
Dienstag, 2. September 2008, 13:40 • Rubrik Kurzmeldungen.
Im Roten Meer wurde eine neue Riesenmuschel identifiziert. Der Artenreichtum in der Nordsee ist hoch, doch manche Fische werden rar. Raucherinnen haben ein höheres Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Und: Heute vor 96 Jahren.
Die Riesenmuschel Tridacna costata.
Foto: Malik Naumann, Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT)
Eine neue Riesenmuschel, die in den Korallenriffen des Roten Meeres lebt, haben deutsche Forscher zusammen mit philippinischen und jordanischen Kollegen identifiziert. Auf die Art waren die Biologen bei Züchtungsexperimenten mit Muscheln aufmerksam geworden. Erst genetische Analysen zeigten die deutlichen Unterschiede zu zwei Schwesterarten. Die Muschel Tridacna costata wird bis zu 40 Zentimeter lang. Sie kommt auch fossil vor, ihre Bestände sollen aber schon vor etwa 125.000 Jahren stark geschrumpft sein. “Die Riesenmuscheln sind wahrscheinlich durch eine umfangreiche Nutzung des frühen modernen Menschen stark dezimiert worden”, meint Claudio Richter vom Alfred-Wegener-Institut in Bremen; “Tridacna costata lebt festsitzend in flachem Wasser und war somit eine leichte Beute für unsere sich aus Afrika Richtung Mittelmeerraum ausbreitenden Vorfahren.” Nach den Rote-Liste-Kriterien der Internationalen Naturschutzunion (IUCN) ist die neue Art – kaum entdeckt – vom Aussterben bedroht. (Alfred-Wegener-Institut)
Der Artenreichtum in der Nordsee ist hoch, ermittelte ein interdisziplinäres Team deutscher Meeresbiologen. Sie untersuchten langfristige Veränderungen in der Zusammensetzung der Fischfauna, der bodenlebenden Wirbellosenfauna und der Meeresvögel. Demnach nimmt die Artenvielfalt der Fische in der Nordsee seit 30 Jahren stetig zu. In dem Gebiet vor der ostfriesischen Insel Norderney registrierten die Forscher in den letzten 30 Jahren unter der wirbellosen Fauna am Meeresboden einen Anstieg der Artenvielfalt um mehr als 50 Prozent. Gesunde Fischbestände wie Seelachs und Schellfisch liefern momentan den Fischern sehr gute Erträge. Ein Teil der kommerziell genutzten Fischbestände wie Kabeljau und Hering bringen allerdings seit Jahren nur schwache Nachwuchsjahrgänge hervor. Die Befischung dieser Arten sei nicht nachhaltig, so die Forscher. (Johann Heinrich von Thünen-Institut)
Raucherinnen haben ein höheres Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Das belegt eine norwegische Studie, die 1.784 Patientendaten ausgewertet hat. Während nichtrauchende Herzinfarkt-Patientinnen ihren ersten Infarkt durchschnittlich im Alter von 80,7 Jahren bekommen, trifft es Raucherinnen demnach bereits mit 66,2 Jahren. “Berücksichtigt man weitere Risikofaktoren wie hohe Blutdruck- oder Blutfettwerte, so ist allein das Rauchen für 13,7 Jahre des frühzeitiger auftretenden Herzinfarkts verantwortlich”, so die Autoren der Studie aus Lillehammer. Zum Vergleich: Nichtrauchende männliche Herzinfarkt-Patienten sind bei ihrem ersten Infarkt im Schnitt 72,2 Jahre alt, Raucher 63,9 Jahre. Der zeitliche Abstand bei Männern beträgt 8,3 Jahre, wovon das Rauchen für 6,2 Jahre verantwortlich ist – also für weniger als die Hälfte als bei Frauen. Die Studie wurde auf dem Kongress der European Society of Cardiology (ESC) in München vorgestellt. (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V.)
Jahrestag: Heute vor 96 Jahren wurde in Leipzig die Deutsche Bücherei als Gesamtarchiv des deutschsprachigen Schrifttums gegründet. Ihr Auftrag war es, die gesamte seit 1913 in Deutschland erschienene deutschsprachige und fremdsprachige Literatur sowie die ausländische Literatur in deutscher Sprache zu sammeln und für Jedermann zur freien Verfügung zu stellen. (Wikipedia)
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